Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Österreich: Black Box für PKW?

21.11.2005



Gorbach fordert Black Box für PKW - ÖAMTC: "Man darf sich keine Wunder erwarten"

... mehr zu:
»PKW »UdS

Private Pkw sollen in Zukunft durch einen Fahrtenschreiber lückenlos überwacht werden, fordert der österreichische Verkehrsminister Hubert Gorbach. Ähnlich wie in der Luftfahrt soll ein technisch ausgereifter Fahrtenschreiber, eine Black Box, Daten wie Wetter, Geschwindigkeit und Reaktionszeit speichern. Somit könne man nachträglich feststellen, ob der Lenker zum Zeitpunkt des Unfalls etwa zu schnell gewesen ist oder abgelenkt war - etwa durch Telefonieren, so Gorbachs Argumente.

"Die Black Box kann zwar Unfalldaten registrieren, Wunder darf man sich aber keine erwarten", sagte ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer im Gespräch mit pressetext. "Die klassische Unfallanalyse mittels Zeugenaussagen und Unfallspuren wird die Black Box sicher nicht ersetzen, sondern bestenfalls ergänzen können." Internationale Studien lassen jedoch an der Sinnhaftigkeit einer solchen Einrichtung zweifeln: "Eine Studie, die 2003 in Vorbereitung des Deutschen Verkehrsgerichtstages erstellt worden ist, zeigt, dass Unfalldatenschreiber (UDS) weder auf die Zahl noch auf die Schwere von Verkehrsunfällen eine Auswirkung haben. Nicht einmal die Zahl der Verkehrsübertretungen ist zurück gegangen", merkt der ÖAMTC-Experte an http://www.oeamtc.at.


Ein weiteres Problem ortet der Jurist in der Regelung des Zugriffes auf diese Daten: "Schon aufgrund der Europäischen Menschenrechtskonvention darf niemand zur Selbstbelastung gezwungen werden. Derzeit fehlen aber konkrete gesetzliche Regelungen, dass nur dann auf die Daten des UDS zurückgegriffen werden darf, wenn der Fahrzeughalter zustimmt."

Der UDS wird im Fahrzeug mit der Elektronik des Wagens verbunden. Die internen Sensoren erfassen Längs- und Querbeschleunigung sowie Richtungsänderungen. Zudem speichert der UDS die Geschwindigkeit und registriert wann und wie lange Bremsen, Lichter und Blinker betätigt wurden. Die Kosten beziffert Hoffer inklusive Einbau mit etwa 700 Euro.

Gorbach könne sich bei der Einführung vorstellen, den Einbau zu fördern - etwa über den Umweg einer reduzierten Kfz-Steuer. Unterstützer in der EU hat der Minister schon gefunden. "Im Rahmen der EU-Präsidentschaft werden wir eine Einführung auf internationaler Ebene diskutieren", wird Gorbach in der Tageszeitung Die Presse zitiert.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.oeamtc.at

Weitere Berichte zu: PKW UdS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie