Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nicht nur sauber, sondern auch sicher - Verschmutzung bei Fahrzeugen vermeiden

01.07.2008
Ein sauberes Auto sieht nicht nur besser aus, es bietet auch mehr Sicherheit.

Wenn beispielsweise die Fahrzeugscheiben verschmutzt sind und dem Fahrer die gute Sicht auf den Straßenverkehr fehlt, sind er und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Damit der Fahrer auch nachts nicht den Überblick verliert und das Fahrzeug von anderen gut wahrgenommen wird, sollten auch die Scheinwerfer und Signalleuchten nicht verschmutzt sein.

Die Untersuchung von Verschmutzungsmechanismen ist ein wichtiges Forschungsthema am Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart (IVK). Ein am IVK entwickeltes Verfahren, bei dem eine digitale Analyse eine quantitative Bewertung des Verschmutzungsgrads ermöglicht, wird inzwischen erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Ergänzend zu den experimentellen Untersuchungen zur Fahrzeugverschmutzung im Thermowindkanal optimieren die Wissenschaftler die numerische Simulation in diesem Bereich, um damit künftig ein kostengünstiges Werkzeug für den Fahrzeugentwicklungsprozess bereitzustellen.

Den Thermowindkanal nutzt das IVK zur Optimierung der aerodynamischen Eigenschaften von Fahrzeugen. Auch für die experimentelle Simulation von Fahrzeugverschmutzungsprozessen dient er als Versuchsfeld. Ein Sprühgestell mit mehreren Düsen vor dem Untersuchungsfahrzeug stellt beispielsweise die Fremdverschmutzung nach, die ein vorausfahrendes Fahrzeug durch aufgewirbeltes Wasser-Schmutz-Gemisch verursacht. Die Eigenverschmutzung des Fahrzeugs, die durch das Aufwirbeln von Schmutzpartikeln durch die drehenden Räder und den Kontakt zur nassen Fahrbahn entsteht, wird nachgeahmt, indem Flüssigkeit zwischen Reifen und Abrollebene des Windkanals eingebracht wird.

Um das Verschmutzungsbild sichtbar zu machen, mischen die Wissenschaftler dem eingesprühten Wasser ein Fluoreszenzmittel bei. Unter Beleuchtung mit UV-Licht emittiert diese Mischung dann Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich. Mittels Digitalfotografie und dem am Institut entwickelten und patentierten Verfahren DiVeAn (Digitale Verschmutzungsanalyse) können die Forscher dann das Verschmutzungsbild quantitativ bewerten und stellen die Ergebnisse den Fahrzeugherstellern zur Verfügung.

Neben den experimentellen Untersuchungen im Thermowindkanal bildet die Simulation am Rechner das zweite Standbein im Fahrzeugentwicklungsprozess. Numerische Simulationen der Fahrzeug¬verschmutzung führen bereits zu sehr realitätsnahen Ergebnissen. Im zukünftigen Fokus steht hier primär die Weiterentwicklung der Simulation hinsichtlich einer detaillierten Darstellung der Oberflächenfilmbildung des Fluids sowie der realistischen Modellierung der Prozesse der Zweiphasenströmung (Luft/Wassergemisch auf der Fahrzeugoberfläche in der Luftströmung). Langfristig soll die numerische Simulation dadurch zu einem verlässlichen und kostengünstigen Werkzeug im Fahrzeugentwicklungsprozess werden.

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Nils Widdecke, Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrtwesen, Universität Stuttgart, Tel. 0711/685-67620, e-mail: Nils.Widdecke@ivk.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Berichte zu: Fahrzeugentwicklungsprozess IVK Verbrennungsmotor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mehr Flexibilität in der Produktion durch selbstfahrende Transportfahrzeuge
27.11.2017 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

nachricht Leichtbauteile für die Automobilindustrie schnell und günstig fertigen
16.11.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik