Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Scheinwerfer für mehr Sicherheit auf der Straße

09.08.2012
Forschungsprojekt bringt Laserdioden in Fahrzeugscheinwerfer

Autounfälle sind in der Dunkelheit und bei schlechten Sichtverhältnissen besonders häufig und oft fatal. Eine Forschergruppe am Institut für Produktentwicklung und Gerätebau (IPeG) der Leibniz Universität Hannover entwickelt jetzt ein neues Beleuchtungssystem, das sowohl dem Fahrer eine bessere Sicht ermöglichen als auch für bessere Sichtbarkeit des Fahrzeugs im Verkehr sorgen soll.

Dafür bauen die Wissenschaftler Laserdioden in Autoscheinwerfer ein, die im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungssystemen mit Halogen- oder Xenonlampen deutlich mehr Licht auf die Straße bringen und eine erheblich bessere Verteilung des Lichts ermöglichen. Der Clou: In Verbindung mit Kamera-Erkennungssystemen kann die Lichtverteilung intelligent angepasst werden.

Die Scheinwerfer können zum Beispiel gezielt dort abblenden, wo sich Personen befinden. So wird niemand geblendet, aber trotzdem ist rundum eine optimale Ausleuchtung gewährleistet: „Quasi ständiges Fernlicht ohne die Notwendigkeit, selber abzublenden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Roland Lachmayer, Leiter des IPeG (Fakultät für Maschinenbau). Zudem könnte das System bei entsprechender Programmierung Gefahrensituationen wie Kurven oder Wildwechsel auf Landstraßen eigenständig erkennen und die kritischen Bereiche besonders ausleuchten.

Zwei Projekte am Institut beschäftigen sich mit der Laserdioden-Technologie für den Autoscheinwerfer. Zum einen wird in Zusammenarbeit mit einem Autohersteller an der optimalen Ausleuchtung des Verkehrsraumes gearbeitet. Im Moment laufen dafür statische Versuche im Außengelände. Probanden sitzen im Auto, Verkehrssituationen werden mit Schildern, ausgestopften Wildschweinen oder Rehen simuliert. „Im kommenden Jahr werden wir die Scheinwerfer voraussichtlich auch beim Fahren testen“, kündigt Professor Lachmayer an.

Ein anderes Projekt befasst sich mit dem detaillierten Aufbau des Lichtsystems im Fahrzeug. Die große Herausforderung liegt darin, aus dem zunächst monochromatischen Licht der Laserdiode - also aus Licht mit einer Wellenlänge - weißes Licht zu erzeugen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können Laserdioden verschiedener Farben miteinander kombiniert werden, um eine gewünschte Farbe zu erzeugen. Zum anderen kann weißes Licht über das Anstrahlen einer Phosphorschicht erzeugt werden. Diese beiden unterschiedlichen Möglichkeiten werden auf den Einsatz im Fahrzeug hin überprüft.

Um die Technik in Hauptscheinwerfern von Fahrzeugen serienreif zu gestalten, müssen zudem viele zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Gesundheitliche und technische Risiken des Laserlichts sind auszuschließen. „Die Scheinwerfer müssen starke Erschütterungen und Temperaturwechsel aushalten und ein Fahrzeugleben lang halten“, sagt der Projektverantwortliche Dipl.-Ing. Gerolf Kloppenburg. Für die Zukunft soll die Zusammenarbeit mit Industriepartnern ausgeweitet werden.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht RFID-Technologie: Digitalisierung in der Automobilproduktion
02.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

nachricht Wenn dein Auto weiß, wie du dich fühlst
20.12.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics