Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Prozessketten für die Fertigung von morgen

22.10.2014

Gleich mit zwei Projekten ist das Produktionstechnische Zentrum (PZH) der Leibniz Universität bei der aktuellen BMBF-Ausschreibung zur Hochleistungsfertigung dabei.

Höchst effiziente Prozessketten für die Automobilindustrie: Sie sind das Ziel beider Forschungsprojekte, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt knapp fünf Millionen Euro drei Jahre lang gefördert werden.

Höchst effiziente Prozessketten für die Automobilindustrie: Sie sind das Ziel beider Forschungsprojekte, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt knapp fünf Millionen Euro drei Jahre lang gefördert werden.

An beiden Projekten sind zahlreiche Industriepartner beteiligt; die wissenschaftliche Expertise steuern das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) und das Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) bei. Mit den anteiligen Fördergeldern werden an diesen beiden Instituten aus dem PZH acht wissenschaftliche Mitarbeiter finanziert, die in den kommenden drei Jahren an der Entwicklung der neuartigen Prozessketten arbeiten werden.

Die „Entwicklung einer Hochleistungsprozesskette für die Großserienfertigung“ ist gemeinsames Ziel des IFW, des Projektkoordinators Volkswagen und sechs weiteren Industriepartnern im Projekt HLProKet (Details am Ende dieser Mitteilung).

Derzeit werden Maschinenelemente wie etwa Antriebsgelenkwellen noch in drei Schritten gefertigt: Nach der sogenannten Weichbearbeitung wird die Welle im zweiten Schritt gehärtet, anschließend muss sie sich einer Hartfeinbearbeitung unterziehen, da durch das Härten Verzüge auftreten.

Der Forschungsverbund will die Prozesskette auf zwei Schritte verkürzen. Die Hartfeinbearbeitung soll wegfallen; sie ist aufwendig und kostenintensiv. Oliver Maiß, der das Projekt seitens des IFW vorbereitet hat, erklärt die grundlegende Idee:

„Wir wollen den Bauteilverzug kompensieren. Dazu streben wir eine Weiterentwicklung der Hochleistungsfertigungsverfahren Drehwalzen und Fräsen in Verbindung mit dem induktiven Härten an. Als Folge wird die Prozesskette um bis zu 50 Prozent verkürzt.“

Beim Drehwalzen handelt es sich um einen am IFW entwickelten Kombinationsprozess, bei dem eine Hartstoffkugel mit hohem Druck auf die gerade gedrehte Oberfläche gepresst wird. Das Projekt soll dazu beitragen, das Verfahren aus der Forschung in den industriellen Einsatz zu überführen.

Am Ende des Projekts wollen die Forschungspartner eine reale Prozesskette - exemplarisch entwickelt für eine Antriebsgelenkwelle – vor sich stehen haben. Sie wird nur noch ein Hochleistungs-Komplettbearbeitungszentrum inklusive des Drehwalzens und eine Anlage zur Wärmebehandlung umfassen.

Koordinator des zweiten geförderten Projekts „Innovative Prozesskette zur Massivteilfertigung aus einem neuartigen Leichtbaustahl“, IPROM ist die Daimler AG. Sie hat gemeinsam mit den Deutschen Edelstahlwerken AG einen neuartigen Stahl entwickelt und patentieren lassen, der im Vergleich zu den heute im Automobilbau verwendeten Stählen gleiche Eigenschaften hat, aber um rund zehn Prozent leichter ist.

Die aktuelle Herausforderung dieses neuen, zukunftsweisenden Stahls sei dessen Gefüge, erläutert IFW-Projektbetreuer Marc-André Dittrich, da es sich anders verhalte als herkömmlicher Stahl und neue, entsprechend angepasste Fertigungsverfahren erfordere, bevor eine wirtschaftliche Fertigung möglich ist.

Diese Fertigungsverfahren – Trennen, Umformen, Wärmebehandeln, Zerspanen, Schleifen – wollen die Projektbeteiligten, zu denen das IFW und das IFUM gehören, entwickeln und in einer optimal aufeinander abgestimmten Prozesskette simulieren und realisieren. Die Prozesskette wird exemplarisch für zwei Bauteile im Auto aus dem neuen Stahl entstehen. „Wir sind stolz, dass wir als einzige Wissenschaftler weltweit mit dem neuen Material forschen können“, fasst Professor Berend Denkena, Leiter des IFW, die Stimmung an den beiden Instituten zusammen.

Die Projektdetails:
Entwicklung einer Hochleistungsprozesskette für die Großserienfertigung (HLProKet) mit Volkswagen AG, Gildemeister Drehmaschinen GmbH, Ecoroll AG Werkzeugtechnik, Artis GmbH, Franken GmbH & Co. KG Fabrik für Präzisionswerkzeuge, Emuge-Werk Richard Glimpel GmbH & Co. KG Spanntechnik, Steremat Induktion GmbH, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW der Leibniz Universität

Innovative Prozesskette zur Massivteilfertigung aus einem neuartigen Leichtbaustahl (IPROM) mit Daimler AG, Deutsche Edelstahlwerke AG, Walter AG, Mapal Präzisionswerkezuge Dr. Kress KG, Hermes Schleifkörper GmbH, Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen IFUM sowie Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW der Leibniz Universität Hannover

Diese Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ (Förderkennzeichen: 02PN2187 und 02PN2055) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Kontakt und Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen M.Sc. Marc-André Dittrich vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen am Produktionstechnischen Zentrum Hannover unter 0511 762 2543 oder dittrich@ifw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften