Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Dämpfer für Kraftfahrzeuge

16.07.2012
STAEDTLER Stiftung fördert neues Forschungsprojekt an der Ohm-Hochschule mit 40.000 Euro

Welche Möglichkeiten bietet ein elektromechanischer Fahrzeugdämpfer? Welche Vorteile würde diese neue Methode bieten, wo liegen die Grenzen? Diesen Fragen geht das neue Forschungsprojekt „Entwicklung eines elektromechanischen Dämpfersystems für Straßenfahrzeuge“ von Prof. Dr. Ulrich Grau aus der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg nach. Die STAEDTLER Stiftung unterstützt das Vorhaben, das im Juli 2012 startet und bis Ende Dezember 2013 läuft, mit 40.000 Euro.

„Fahrzeugdämpfer gehören seit Beginn der Automobilentwicklung zu den Standardkomponenten aller gefederten Fahrzeuge“, erläutert der Projektleiter. „Ziel der Dämpfer ist es, die durch Un-ebenheiten in der Fahrbahn angeregten Schwingungen des Fahrzeugaufbaus schnell abklingen zu lassen und einen optimalen Kontakt der Räder zur Fahrbahn zu garantieren. Dabei sind die Dämpfer nicht nur für den Komfort, sondern auch für die Sicherheit extrem wichtig.“

Herkömmliche Fahrzeugdämpfer basieren auf dem hydraulischen Prinzip, das neue Forschungsprojekt untersucht dagegen elektromechanische Fahrzeugdämpfer. ln dem Vorhaben sollen die Potenziale, aber auch die Anwendungsgrenzen der neuen Technik für Personenkraftwagen untersucht werden. „Vorteile sehen wir in der Gewinnung von elektrischer Energie aus der Rad- bzw. Aufbaubewegung sowie in einem Komfortgewinn und einer Erhöhung der Fahrsicherheit durch frei variierbare Kennlinien“, geht Prof. Dr. Ulrich Grau ins Detail.

„Potenziell ist ein solcher Dämpfer in der Lage, die bei Dämpfung der Aufbau- und Radbewegung zu vernichtende Bewegungsenergie in Form von elektrischer Energie dem Fahrzeugbordnetz zuzuführen. Dies kann zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei konventionellen Fahrzeugen, aber auch zur Reichweitenverlängerung bei Elektrofahrzeugen beitragen“. Gleichzeitig hat er auch die Risiken im Blick. So könnte die Leistungsgrenze dieser Dämpfer im Vergleich zu konventionellen Dämpfern schneller erreicht sein, woraus sich auch Auswirkungen auf das elektrische Fahrzeugbordnetz ergeben könnten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll ein elektromechanischer Dämpfer ausgelegt und konstruiert werden, der anschließend experimentell auf seine Potentiale und seine Leistungsgrenze untersucht wird. Das Vorhaben wird in insgesamt drei Phasen durchgeführt.

Die erste Phase ist die Konzeption und Konstruktion. Hier wird zunächst der geeignete E-Motor in Kombination mit einem Übersetzungsgetriebe ausgewählt, um dann den elektrischen Fahrzeugdämpfer zu konstruieren. Er soll eine vergleichbare Leistungsfähigkeit zu einem Seriendämpfer aufweisen und ist für die experimentellen Untersuchungen am servohydraulischen Prüfstand am hochschuleigenen Institut für Fahrzeugtechnik Nürnberg (IFZN) vorgesehen. Die zweite Phase widmet sich der Fertigung und Beschaffung notwendiger Komponenten sowie dem Aufbau und der Inbetriebnahme des Dämpfers am Prüfstand.

Die dritte Phase beinhaltet die experimentellen Untersuchungen: Hier werden die möglichen Dämpferkennlinie ebenso ermittelt wie die Komforteigenschaften des elektromechanischen Dämpfers.

STAEDTLER Stiftung: Partner der Wissenschaft
Die gemeinnützige STAEDTLER Stiftung unterstützt die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – Bayerns forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaften – bereits seit vielen Jahren. Jährlich vergibt sie darüber hinaus hoch dotierte Promotionspreise an Doktoranden für herausragende Leistungen. An der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg förderte die STAEDTLER Stiftung bereits zahlreiche Projekte. In den vergangenen zehn Jahren flossen über eine Million Euro Fördergelder. Diese wurden unter anderem in folgenden Projekten eingesetzt: Das hochschuleigene Institut für Energie und Gebäude konnte mit Hilfe der Fördergelder Latentwärmespeicher-Materialien erforschen, an der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik kombinierte man Software und Kreativitätstechniken, an der Fakultät Informatik wurde das Projekt „intelligente Baustelle“ vorangebracht und an der Fakultät Angewandte Chemie beschäftigte sich ein Forscherteam mit der Behandlung von Allergien des Typs 1 (Soforttyp).

Sigrid Lindstadt | idw
Weitere Informationen:
http://www.ohm-hochschule.de
http://www.staedtler.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften