Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Katalysatoren veredeln das Motorrad-Fahren

21.11.2007
  • Abgas-Emissionsgrenzwerte für Kleinmotoren (EURO 3-Norm) erfordern den Einsatz spezieller Katalysatoren
  • Fahrspaß beim Motorradfahren darf durch Katalysatortechnik nicht beeinträchtigt werden

Bei Abgaskatalysatoren denkt man in erster Linie an den umweltfreundlichen Einsatz in Kraftfahrzeugen, wo Katalysatoren schon seit Jahren Pflicht sind. Doch wie sieht es mit der Abgaskontrolle von Kleinmotoren in Rasenmähern, Laubsaugern oder Motorsägen aus? Und müssen Motorräder ebenfalls mit Abgaskatalysatoren ausgerüstet werden?


Heraeus Technologietag 2007: Edelmetallbeschichtete Katalysatoren veredeln das Motorrad-Fahren (Foto: Heraeus)

Antworten dazu gab der Heraeus-Technologietag in Hanau, der unter dem Motto „Klima- und Umweltschutz mit innovativen Produkten“ stand. In einem Fachvortrag stellte Dr. Uwe Endruschat, Leiter Technik Abgaskatalysatoren bei der W. C. Heraeus GmbH, die Herausforderungen bei der Entwicklung von Katalysatorsystemen für Motorräder dar, die zur Umweltschonung beitragen, ohne den Fahrspaß zu mindern.

Verschärfte Gesetzgebung erfordert neue Katalysatorsysteme

Abgaskatalysatoren enthalten spezielle Beschichtungen aus Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Rhodium. Erst diese Beschichtung ermöglicht die Zersetzung und Umwandlung der Verbrennungsschadstoffe Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Stickoxide zu Kohlendioxid, Wasser und Stickstoff – ohne dass dabei die Edelmetalle verbraucht werden. Heraeus liefert für die Produktion der platin- bzw. palladiumhaltigen Beschichtungen dieser Katalysatoren die wichtigen edelmetallhaltigen Vorprodukte. Komplette Katalysatoren finden sich in Kleinmotoren von Rasenmähern und anderen Gartengeräten und sorgen für saubere Abluft. Wie wichtig die Ausstattung von Kleinmotoren mit Katalysatorsystemen ist, stellte Uwe Endruschat am Beispiel einer Motorsäge dar. „Eine Säge, die beispielsweise bei Waldarbeiten eine Stunde im Einsatz ist, setzt ungefähr so viele Schadstoffe frei wie bei einer Überlandfahrt mit dem PKW von Flensburg nach München.“ Es wundert daher nicht, dass auch für Verbrennungsmotoren in Rasenmähern, Vertikutierern oder Laubsaugern mittlerweile Katalysatorenpflicht besteht.

Für Motorräder mit Hubräumen über und unter 150 Kubikzentimetern gelten seit 2006 die strengen EURO 3–Normen zur Reduzierung der Abgasemissionen. Durften bei der bisherigen EURO 2-Norm noch maximal 5,5 Gramm Kohlenmonoxid pro Kilometer freigesetzt werden, gelten nun zwei Gramm pro Kilometer als Grenzwert. Mit den bisherigen Katalysatorbeschichtungen können diese Grenzwerte nicht erreicht werden. „Neben der sehr hohen thermischen und mechanischen Beanspruchung der katalytischen Beschichtung ist vor allem der Bauraum für die Abgasnachbehandlung beim Motorrad sehr begrenzt und erfordert ein spezielles Design der Katalysatoren“, nannte Dr. Endruschat Anforderungen an die EURO 3-Katalysatortechnik. Zudem erfordert die Einführung der Kaltstartphase eine niedrigere Anspringtemperatur des Dreiwege-Katalysators. „Bei der Entwicklung von geeigneten Katalysatorsystemen und stabilen Edelmetallbeschichtungen müssen wir außerdem darauf achten, dass die Fahrdynamik und der Motorensound und somit letztlich der Fahrspaß nicht beeinträchtigt werden“, so Endruschat.

Als Grundkörper für die Katalysatoren dienen Tassen große zylinderförmige oder kästchenförmige Metallwaben oder Drahtgestricke, die in den Schalldämpfer eingebaut sind. Diese Strukturen ermöglichen eine sehr hohe reaktive Oberfläche, so dass die Schadstoffe später schnell und effizient umgewandelt werden können. Die dünnen Katalysatorbeschichtungen mit Nanometer kleinen Platin-, Palladium- und Rhodiumpartikeln zeigen eine hohe Beständigkeit unter extremen Temperaturbedingungen und können für den jeweiligen Einsatz individuell angepasst werden. Neben der Oberflächengröße spielt die Zusammensetzung der Beschichtung eine wichtige Rolle, um die neuen Emissionsgrenzwerte zu erreichen. Heraeus hat eine neue edelmetallhaltige Beschichtung für diese Wabenkatalysatoren entwickelt, die eine höhere Temperaturbeständigkeit bei 1000 °C und durch Zumischung von Seltenerdmetallen eine höhere Sauerstoffspeicherfähigkeit aufweisen. Dies bewirkt, dass der Katalysator schon während der Startphase, wenn der Motor noch nicht seine optimale Betriebstemperatur erreicht hat, den Schadstoffabbau unterstützt. Mit der neuen Beschichtung können die Grenzwerte der EURO 3-Norm sogar noch unterschritten werden.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Dental- und Medizinprodukte, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro und weltweit mehr als 11.000 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit anerkannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstraße 12-14
63450 Hanau
Telefon: +49 (6181) 35-5706
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

Weitere Berichte zu: EURO STOXX Edelmetall Katalysator Kleinmotor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics