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Filterung der Fahrzeug-Innenluft

14.10.2004


Die Luft im Straßenumfeld enthält zahlreiche Partikel- und gasförmige Stoffe, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Komfort des Menschen beeinträchtigen. Pollen zum Beispiel können Allergien auslösen; andere Partikel bilden Ablagerungen in den Atemwegen und der Lunge, gasförmige Schadstoffe reizen die Augen und Schleimhäute oder sind sogar krebserregend. Wieder andere Substanzen machen sich besonders durch unangenehme und lästige Gerüche bemerkbar.


Unabhängig von den langfristigen gesundheitlichen Gefährdungen durch Substanzen wie Benzol sind für die Fahrsicherheit besonders die Stoffe gefährlich, die eine allergische Reaktion, etwa einen Hustenanfall, hervorrufen oder während der Fahrt die Leistungsfähigkeit des Fahrers schwächen, z.B. seine Sehfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.

Zum Erhalt der Leistungsfähigkeit des Fahrers und des Komforts aller Insassen muß die Zuluft zum Fahrzeug-Innenraum mit Partikel- und Aktivkohlefiltern gereinigt werden.


Partikelfilter
Die von Behr eingesetzten Partikelfilter bestehen entweder komplett aus synthetischen Mikrofasern oder aus einer Mischung aus synthetischen Fasern und imprägnierten Zellulosefasern. Die Filter sind weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit und mikrobiologisch sicher. Das Abscheidespektrum der Partikelfilter reicht von Staubpartikeln mit einer Größe von 100 µm bis zu Feinteilchen mit nur noch 0,01 µm Durchmesser. In dieser Bandbreite sind die für den Menschen gefährlichsten Teilchen enthalten: die besonders lungengängigen von unter 2 µm Größe.

Die lungengängigen Teilchen können mit einer Abscheideleistung von über 95 % ausgefiltert werden. Ein Filter mit dieser hohen Abscheideleistung muß natürlich häufiger gewechselt werden als einer, der z. B. die lungengängigen Teilchen nur zu 60 % ausfiltert. Die Standzeit des ersten Filters beträgt 30 000 km, die des zweiten 100 000 km.


Aktivkohlefilter
Wenn zu den Partikeln auch gasförmige Luftverunreinigungen ausgefiltert werden sollen, wird zusätzlich zum Partikelfilter ein separater Aktivkohlefilter eingesetzt. Die äußerst poröse Aktivkohle bindet (adsorbiert) organische und anorganische Moleküle an ihren äußeren und inneren Oberflächen. Im Gegensatz zu den meisten organischen Stoffen werden die anorganischen nur lose und kurzzeitig gebunden. Das betrifft neben den natürlichen Luftbestandteilen Stickstoff und Sauerstoff auch die anorganischen Schadgase Schwefel- und Stickstoffdioxid. Durch eine Imprägnierung der Aktivkohle mit bestimmten Stoffen wird ihre Fähigkeit, anorganische Schadstoffe abzuscheiden beträchtlich erhöht und der Schutz der Insassen verbessert. Die Aktivkohle reduziert auch den Ozongehalt im Fahrzeug.
Der Aktivkohlefilter besteht zum einen aus den Aktivkohleteilchen und zum anderen aus mehreren Lagen eines offenporigen Textil- oder Schaumstoff-Trägermaterials, an das die Aktivkohle befestigt ist. Durch die offenen Poren ist der Druckabfall am Filter niedrig und damit auch die benötigte Gebläseleistung.

Die Lebensdauer eines Hochleistungs-Aktivkohlefilters beträgt 100 000 km.


Hybridfilter
Die Integration eines Partikel- und eines Aktivkohlefilters zu einem Hybridfilter wurde erst durch neue Entwicklungen in der Aktivkohle-Filtertechnik möglich. Verglichen mit den ersten Aktivkohlefiltern, die mit der MB-S-Klasse auf den Markt kamen, haben die neuen Hybridfilter die doppelte Kapazität und den halben Druckabfall. Deshalb können sie ohne Verminderung der Lebensdauer permanent betrieben werden. Der Filter braucht auch nicht mehr mit einem Bypass umgangen zu werden, wenn ein großer Luft-Volumenstrom in den Innenraum benötigt wird, wodurch er mehr Schutz bietet.

Der Hybridfilter wird in zwei Versionen angeboten. Die erste besteht aus zwei separaten Filterelementen, die - entsprechend ihrer unterschiedlichen Lebensdauer - einzeln ausgewechselt werden. Die Filterelemente der zweiten Version sind untrennbar miteinander verbunden und können nur gemeinsam ausgetauscht werden. Der untrennbare Filter enthält weniger Aktivkohle als der trennbare und hat deshalb auch eine geringere Filterkapazität.


Kurzfassung
Die hohe Verschmutzung der Luft im Straßenumfeld mit Partikeln und gasförmigen Schad- und Geruchsstoffen tritt auch im Innenraum der Fahrzeuge auf. Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Komfort der Verkehrsteilnehmer - und damit die Verkehrssicherheit - werden davon beeinträchtigt. Um das zu verhindern, muß die Zuluft zum Fahrzeug-Innenraum gefiltert werden.

Die in den Klimaanlagen der Firma Behr eingebauten Partikel- und Aktivkohlefilter bieten den Insassen einen maximalen Schutz. Die Partikelfilter aus einem Mikrofaser-Gewebe z. B. halten Pollen und andere Allergene zurück und verhindern schädliche Ablagerungen von Feinteilchen in den Atemwegen und der Lunge. Die Aktivkohlefilter binden gasförmige Schadstoffe wie das krebserregende Benzol und viele andere giftige sowie augen- und schleimhautreizende Substanzen. Auch die Ozon-Konzentration in der Innenluft wird durch die Aktivkohle reduziert, ebenso belästigende Gerüche.

Der neuentwickelte Hybridfilter besteht aus einem integrierten Partikel- und Aktivkohlefilter. Gegenüber den ursprünglichen Aktivkohlefiltern hat der Hybridfilter die doppelte Kapazität, benötigt aber nur die halbe Gebläseleistung. Er braucht außerdem weniger Platz, nur eine Service-Öffnung, und kostet weniger. Das alles erschließt ihm einen großen Einsatzbereich bei Personen- und Nutzfahrzeugen.

Für RückfragenPressekontakt - Technik
Dr. Manfred Kurz | Silcherstr. 29 | D-71686 Remseck
Tel.: 07146 / 43631 | Fax: 07146 / 43464
Email: manfred.kurz@fachtexte.de

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