Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit die Elektronik im Auto mit einer Sprache spricht

26.10.2009
Professuren Schaltkreis- und Systementwurf sowie Kommunikationsnetze der TU Chemnitz sind an einem Verbundprojekt beteiligt, das eine sichere Kommunikation von Steuergeräten im Fahrzeug ermöglicht

Bis zu 70 Minicomputer sind in einem modernen Oberklasse-Auto verbaut - sie sorgen dafür, dass der Airbag im richtigen Moment aufgeht, dass die Scheibenwischer sich bei Regen selbst einschalten oder ein Warnton erklingt, wenn ein Mitfahrer nicht angeschnallt ist.

"Elektronik spielt in heutigen Kraftfahrzeugen eine zentrale Rolle - für Energieeffizienz und Sicherheit ebenso wie für Leistung und Komfort", schätzt Prof. Dr. Ulrich Heinkel ein, Inhaber der Professur Schaltkreis- und Systementwurf an der TU Chemnitz. Diese so genannten eingebetteten Steuergeräte sind durch bis zu fünf unterschiedliche Vernetzungstechnologien miteinander verbunden.

"Diese Technologien sind jedoch nicht unmittelbar kompatibel, das heißt, sie sprechen nicht die gleiche Sprache", erklärt Heinkel. Die Nachteile: Die Bordelektronik ist sehr komplex und es ist aufwändig, für solche Systeme grundlegende Innovationen zu entwickeln.

Sechs Forschungseinrichtungen und zwölf Unternehmen der deutschen Automobilindustrie arbeiten in den kommenden drei Jahren daran, das Internetprotokoll (IP) für die sichere Kommunikation von Steuergeräten im Fahrzeug zu nutzen. "Das Internetprotokoll wird heute bereits für die Vernetzung von Computersystemen eingesetzt und auch im Fahrzeug genutzt. Was noch erarbeitet werden muss, ist jedoch eine durchgängige Sicherheitslösung für diese eingebetteten Systeme", so Heinkel. Koordiniert wird das Verbundprojekt "Sicherheit in Eingebetteten IP-basierten Systemen" (SEIS) von der BMW Forschung und Technik GmbH in München.

An der Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz untersuchen die Wissenschaftler unter anderem, inwieweit die bestehenden IP-basierten Lösungen für die Anwendungen im Auto genutzt werden können und welche Weiterentwicklungen nötig sind. Außerdem überprüfen sie mögliche Technologien auf Faktoren wie die Störfestigkeit der Übertragung und entwickeln sie Methoden zur automatischen Konfiguration von vernetzten Komponenten und optimieren die Technologien hinsichtlich des Energieverbrauches und des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Auch die Professur Kommunikationsnetze von Prof. Dr. Thomas Bauschert ist am Verbundprojekt beteiligt - hier dreht sich die Forschung vor allem um die Datensicherheit. Die Forscher erarbeiten beispielsweise Lösungen, um die Authentizität der gesendeten und empfangenen Daten sicherzustellen, analysieren mögliche Angriffsarten und -wege und konzipieren geeignete Abwehrmechanismen.

"Die Forschungsergebnisse schaffen eine Grundlage für alle Bereiche der Datenvernetzung im Kraftfahrzeug. Sie erlauben es trotz wachsender Komplexität der Bordelektronik auch zukünftig, neue, innovative Lösungen entwickeln zu können, die einen weiterhin hohen Standard bei Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleisten", sagt Bauschert. Das Verbundprojekt ist Teil der Innovationsallianz Automobilelektronik (E|ENOVA). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Forschungsförderungsprogramms IKT2020 mit einem Gesamtbudget von 18 Millionen Euro.

Weitere Informationen unter http://www.eenova.de/projekte/seis und bei Vasco Jerinic, Telefon 0371 531-35520, E-Mail vje@infotech.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.eenova.de/projekte/seis
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie