Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brennstoffzellenautos: Kommerziell erhältlich erst nach 2010

20.02.2004


Vom Einzelstück zur Kleinserie: Diesen Schritt hat Ballard mit seinen Brennstoffzellensystemen für Fahrzeuge nun geschafft. Foto: Ballard


Die nächste Generation von Brennstoffzellenautos wird 2007/2008 in die Erprobung gehen – auf den Markt werden die ersten Fahrzeuge jedoch erst nach dem Jahr 2010 kommen: Dieses Szenario zeichnete André Martin vom kanadisch-amerikanisch-deutschen Brennstoffzellenhersteller Ballard nun auf einem Vortrag auf der Energiemesse E-world energy + water in Essen.


Das vergangene Jahr habe für das Unternehmen große Veränderungen gebracht, berichtete Martin: Hatte Ballard von 1994 bis 2002 nur 48 Autos mit Brennstoffzellen ausgerüstet, so werden es 2003 und 2004 insgesamt 180 Fahrzeuge sein. Hintergrund der Entwicklung ist, dass viele Automobilkonzerne nun statt einzelner Prototypen ganze Flotten von Testfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße schicken.

So geht der DaimlerChrysler-Konzern mit 60 "F-Cell" in die Erprobung, die mit Brennstoffzellensystemen von Ballard ausgerüstet sind. Ford schickt ab 2004 ebenfalls 60 Prototypen seines Brennstoffzellen-Focus auf die Straße, und Honda wird 30 Testfahrzeuge produzieren, in denen Stacks von Ballard arbeiten. Hinzu kommt die insgesamt 30 Fahrzeuge umfassende Flotte von Brennstoffzellenbussen im Projekt "CUTE", die in zehn europäischen Städten den Linienverkehr aufgenommen haben oder in den kommenden Monaten noch aufnehmen werden. So fertigt Ballard seine automobilen Antriebssysteme erstmals nicht mehr nur als Einzelstücke, sondern in kleinen Serien.


Derzeit werde in den Labors bereits die nächste Generation von Brennstoffzellensystemen entwickelt, erläuterte Martin. Mit den Entwicklungsfortschritten und den Erfahrungen aus den derzeitigen Flottentests wird es in drei bis vier Jahren neue Flotten von Vorserienfahrzeugen geben, schätzt der Manager. Doch erst nach der erneuten Überarbeitung dieser Generation wird es eine Kommerzialisierung der Fahrzeuge geben – jenseits des Jahres 2010.

Die Liste der Aufgaben, die die Wissenschaftler und Ingenieure noch zu bewältigen haben, ist lang, so Martin: Die Robustheit und Zuverlässigkeit der Systeme muss verbessert werden; die Kaltstartfähigkeit und die Frostsicherheit der Stacks ist im Prinzip zwar lösbar, doch ist noch weitere Entwicklungsarbeit nötig, um die Systeme voll praxistauglich zu machen; die Leistungsdichte und Effizienz ist zwar hoch, muss aber weiter verbessert werden; und nicht zuletzt müssen die Kosten eines Systems noch extrem sinken, damit Brennstoffzellenfahrzeuge in den Bereich der Wirtschaftlichkeit gelangen können.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

Weitere Berichte zu: Brennstoffzellenauto Brennstoffzellensystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Granulare Materie blitzschnell im Bild

21.09.2017 | Verfahrenstechnologie

Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Überleben auf der Schneeball-Erde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie