Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automobilzulieferer in der Klemme

24.03.2004


Auf den wachsenden Druck der Automobilindustrie reagieren viele Zulieferer mit Produktionsverlagerungen ins Ausland. Doch nicht für jedes Unternehmen sollte diese Strategie erste Wahl sein, empfiehlt das Fraunhofer ISI.


Deutschlands Automobilzulieferer stecken in der Klemme: Der Preisdruck führt zu geringen Renditen, die zur Zukunftssicherung über Forschung und Entwicklung kaum ausreichen. Andererseits erwarten die Automobilhersteller, dass sich ihre Zulieferer verstärkt als Entwicklungspartner engagieren. Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe hat in einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt untersucht, mit welchen Strategien die Unternehmen diesem Dilemma entkommen wollen. Dazu wurden Angaben von 182 deutschen Automobilzulieferfirmen analysiert.
Ein vieldiskutierter Ausweg sind Produktionsverlagerungen ins Ausland. Doch diese sind hauptsächlich für Systemlieferanten geeignet, die ganze Baugruppen direkt an die Automobilhersteller liefern. Diese so genannten first tier supplier müssen weltweit in der Nähe ihrer Kunden produzieren oder wollen neue Märkte erschließen - Strategien, bei denen ein Engagement im Ausland wichtig ist. Fast die Hälfte dieser Unternehmen hat daher schon eine Auslandsproduktion aufgebaut.

Anders sieht es bei Unternehmen im zweiten Glied aus, die einzelne Komponenten für die Systemlieferanten herstellen. Diese second tier supplier produzieren momentan erst zu 29 Prozent auch im Ausland, allerdings aus anderen Motiven: Ihnen geht es vor allem um die Reduzierung von Personalkosten. Doch diese Strategie steht häufig im Widerspruch zu dem in dieser Gruppe mehrheitlich verfolgten Ziel, sich durch die Qualität der Produkte von der Konkurrenz abzuheben. Da bei den kostengetriebenen Auslandsverlagerungen in der Automobilzulieferindustrie die Modernisierungspotenziale im Inland bislang erst unterdurchschnittlich erschlossen wurden, empfiehlt Projektleiter Gunter Lay diesen Betrieben, erst alle Potenziale am deutschen Standort auszuschöpfen, bevor über eine Produktionsverlagerung nachgedacht wird. Die Entscheidung für eine kostengetriebene Verlagerung sollte schließlich zur Strategie des Unternehmens passen. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass die Zahl enttäuschter Rückverlagerer weiter anwächst.

Für Fragen zur Studie: Dr. Gunter Lay, Tel. 0721-6809-300, E-Mail: g.lay@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise