Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiterhin Wohnungsneubau erforderlich

08.02.2010
Neue Wohnungsmarktprognose des BBSR bis 2025. In vielen Regionen ist auch in den nächsten Jahren von einer stabilen bzw. wachsenden Wohnungsnachfrage auszugehen.

Immer mehr regionale Wohnungsmärkte müssen dagegen in Zukunft mit Nachfragerückgängen rechnen. Dies ist zentrales Ergebnis der aktuellen Wohnungsmarktprognose 2025 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Diese Entwicklung gilt für beide vom BBSR erstmals berechneten Varianten, die sich insbesondere hinsichtlich der Annahmen über die Außen- und Binnenwanderungen unterscheiden.

Nach der unteren Variante, die unter anderem von einem Außenwanderungssaldo von rund 70.000 Personen jährlich ausgeht und sich damit in den Größenordnungen der jüngeren Vergangenheit bewegt, werden bis zum Jahr 2025 in Deutschland insgesamt 2,9 Mio. zusätzliche Wohnungen benötigt. Im Jahresdurchschnitt sind das 183.000 Wohneinheiten, davon 154.000 in den alten und 29.000 Wohnungen in den neuen Ländern. Der weitaus größte Anteil des prognostizierten Neubaus entfällt dabei auf selbst genutzte Ein- oder Zweifamilienhäuser. Diese machen mit ca. 115.000 Wohneinheiten fast zwei Drittel des gesamten Neubaus aus, während der Geschosswohnungsbau mit durchschnittlich 68.000 Einheiten deutlich niedriger liegt.

Zu Beginn des Prognosezeitraums von 2010 bis 2015 liegt der Neubaubedarf mit circa 193.000 Wohnungen pro Jahr etwas über dem für den Gesamtzeitraum prognostizierten Niveau. Im Zeitverlauf ist der Neubaubedarf tendenziell rückläufig, wobei die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre zwischen 2015 und 2020 etwas stärker als Wohnungsnachfrager insbesondere im Eigenheimbereich am Markt auftreten und so zu einem leichten temporären Anstieg beitragen. Für die letzten 5 Jahre des Prognosezeitraums beläuft sich der prognostizierte Neubau nur noch auf knapp 141.000 Wohnungen pro Jahr.

Demographische Rahmenbedingungen

Der prognostizierte Neubau resultiert im Wesentlichen aus demographischen und verhaltensbedingten Gründen. Trotz sinkender Bevölkerung bleibt die Zahl der Haushalte relativ stabil und wird bis 2025 nur geringfügig sinken. Während zunächst vor allem die neuen Länder Einwohner verlieren, wird Schrumpfung künftig allerdings auch stärker die alten Länder prägen. Dennoch wird die Zahl der Haushalte in vielen westdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten weiter wachsen. Zudem führen auch strukturelle Verschiebungen in der Größen- und Altersstruktur sowie die stärkere Internationalisierung der Haushalte durch Zuwanderung zu deutlichen Veränderungen in der Wohnungsnachfrage. So werden etwa größere Haushalte in ihrer zahlenmäßigen Bedeutung weiter abnehmen - insbesondere Haushalte mit Kindern.

Stabile Einflussgrößen der Neubaunachfrage

Wichtige verhaltensbedingte Einflussgrößen auf die Neubaunachfrage bleiben weiterhin die Wohneigentumsbildung und die wachsende Inanspruchnahme von Wohnflächen. Beide Größen sind trotz der impliziten Berücksichtigung ökonomischer Rahmenbedingungen - geringes Wirtschaftswachstum und niedrige Kaufkraftzuwächse - auch bis zum Jahr 2025 mit positiven Vorzeichen versehen: so steigt die Eigentumsquote bis 2025 in den alten Ländern um 4 Prozentpunkte auf 47 %, in den neuen Ländern um 6 Prozentpunkte auf 36 %. Die Pro-Kopf-Wohnfläche der selbst nutzenden Eigentümerhaushalte steigt insgesamt um rund 4 m2 in den alten Ländern auf knapp 53 m2 und in den neuen Ländern auf ca. 47 m2. Für Mieterhaushalte wird ein Pro-Kopf-Wohnflächenplus von ca. 3 m2 auf 41 m2 bzw. 38 m2 prognostiziert.

Regionale Schwerpunkte

Der räumliche Schwerpunkt der Neubautätigkeit wird in Folge des Einfamilienhausbaus im Umland der großen Wachstumsregionen der alten Bundesländer liegen sowie zum Teil auch in den dortigen Kernstädten, in denen sich der prognostizierte Geschosswohnungsneubau konzentriert. In den ländlichen Regionen der neuen Länder wird hingegen der Geschosswohnungsbau fast völlig zum Erliegen kommen. Im Bereich der vermieteten Geschosswohnungen geht die Prognose in vielen Regionen langfristig eher von einem sich erhöhenden Leerstandsrisiko als von zusätzlicher Neubaunachfrage aus.

Diese und weitere Ergebnisse der BBSR-Wohnungsmarktprognose zeigen, dass in den nächsten Jahren eine deutlich gesteigerte, bundesweite Wohnungsbautätigkeit nicht zu erwarten ist. Regional und lokal können jedoch bereits jetzt zu wenige Neubauten zu einer angespannten Wohnungsmarktlage führen und die Wohnungsversorgung insbesondere einkommensschwacher Haushalte beeinträchtigen. Sollten sich in Folge einer starken Belebung der Wirtschaft und steigender Zuwanderungszahlen die Rahmenbedingungen für die Wohnungsbautätigkeit deutlich verändern, stellt die Wohnungsmarktprognose des BBSR mit ihrer oberen Variante und einem höheren Neubaubedarf von rund 256.000 Wohnungen pro Jahr ebenfalls eine wichtige Informationsbasis für Politik, Verwaltung und Marktakteure zur Verfügung.

Die zentralen Prognoseergebnisse werden im BBSR-Berichte KOMPAKT 1/2010 dargestellt. Detaillierte Analysen liefert der im Verlauf des Jahres 2010 als Print und CD-ROM erscheinende Berichte-Band.

Bestelladresse Print: forschung.wohnen@bbr.bund.de, Stichwort: BBSR-Berichte KOMPAKT 1/10

Ansprechpartner für inhaltliche Fragen im BBSR:

Dipl. Geograph Matthias Waltersbacher, Tel: +49(0)228 / 99401-1421
matthias.waltersbacher@bbr.bund.de
Dr. André Scharmanski, Tel: +49(0)228 / 99401-1655
andre.scharmanski@bbr.bund.de
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Christian Schlag | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Mehr Sicherheit und Effizienz im Tunnelbau - DFKI-Software steuert Wartungsroboter für Bohrwerkzeug
19.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Modernes Bauen mit längst vergessenen Techniken
12.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung