Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie stark heizt der Klimawandel die Hamburger Metropolregion auf?

19.08.2009
Für die nächsten Tage melden die Wetterdienste sommerliche Rekordtemperaturen.

Das Norddeutsche Klimabüro des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht fasst die zukünftigen möglichen sommerlichen Temperaturentwicklungen für die Hamburger Metropolregion zusammen: Höchstwerte von bis zu 44 Grad Celsius sind hier am Ende des 21. Jahrhunderts möglich.

Die höchste Temperatur, die zwischen 1961 und 1990 in Hamburg-Fuhlsbüttel gemessen wurde, lag bei 34,8 Grad Celsius. Klimarechnungen für die Zukunft weisen darauf hin, dass solche Höchsttemperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts in der Metropolregion Hamburg etwa 1,4 bis 9,4 Grad Celsius höher ausfallen können.

Die maximale sommerliche Höchsttemperatur kann in Hamburg gegen Ende des 21. Jahrhunderts somit Temperaturen von etwa 36 bis 44 Grad Celsius erreichen.

Anpassungen erforderlich

"Wie heiß es tatsächlich werden wird, hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre künftig sein werden. Wärmer wird der Hamburger Sommer künftig aber auf jeden Fall", erläutert Dr. Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Klimabüros am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.

"Gerade in Städten müssen daher rechtzeitig Maßnahmen in die Wege geleitet werden, die hier an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Großflächige Begrünung könnte hier beispielsweise einen wichtigen Betrag leisten", so Meinke.

Auch Krankenhäuser und Arztpraxen müssen sich gerade während der Ferienzeit im Sommer auf mehr Patienten einstellen, die besonders stark unter der Hitze leiden.

Heiße Tage und Nächte

Außerdem können heiße Tage, an denen das Thermometer über 30 Grad Celsius steigt, wesentlich häufiger werden: Wenn wir heute etwa 2 bis 3 heiße Tage erleben, müssen wir bis Ende des Jahrhunderts mit bis zu 11 zusätzlichen heißen Tagen rechnen. Auch die nächtliche Abkühlung kann seltener werden: Tropische Nächte, an denen es nicht kühler als 20 Grad Celsius wird, hatten wir im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 etwa vier pro Jahr. Je nach Klimarechnung können bis Ende des Jahrhunderts im Sommer bis zu 16 zusätzliche tropische Nächte auftreten.

Hintergrundinformationen
Hintergrund dieser Auswertung sind Aussagen in verschiedenen Medien, denen zu Folge 50 Grad Celsius in Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts für möglich gehalten werden. Das Norddeutsche Klimabüro am GKSS Forschungszentrum Geesthacht ging deshalb der Frage nach, inwieweit diese Höchsttemperatur auch in der Metropolregion Hamburg künftig eintreten kann. Die wissenschaftliche Analyse und ihre Ergebnisse wurden in den Mitteilungen der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft Ausgabe 01 / 2009 veröffentlicht.
Die Auswertungen entstanden im Zusammenhang mit der Entwicklung des Norddeutschen Klimaatlas:

Unter www.norddeutscher-klimaatlas.de können sich seit Sommer 2009 Entscheidungsträger und andere Interessierte über den aktuellen Stand der Forschung zum Klimawandel in Norddeutschland umfassend informieren.

Dr. Torsten Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gkss.de/
http://www.gkss.de/public_relations/press_releases/008574/index_0008574.html.de
http://www.norddeutscher-klimaatlas.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie