Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore-Windenergieanlagen

11.03.2013
Im Energiekonzept der Bundesrepublik Deutschland spielt die Offshore-Windenergie eine wichtige Rolle.

Die installierte Leistung deutscher Windkraftanlagen beträgt aktuell etwa 200 Megawatt. Das Ausbauziel der Bundesregierung für das Jahr 2020 liegt bei zehn Gigawatt, dem 50-fachen des heutigen Werts. Ein großer Teil der Kosten der Anlagen entfällt auf die Fundamente.


Auf massiven Betonkonstruktionen ruhen die Anlagen des Windparks Thornton Bank vor der belgischen Küste. Prof. Christine Döbert von der TH Mittelhessen arbeitet an leichteren und ökologisch verträglicheren Gründungsstrukturen.
Foto: Christine Döbert

In dem Forschungsprojekt „Intelligente Gründungsstruktur für Offshore-Windenergieanlagen“ will Prof. Dr. Christine Döbert von der Technischen Hochschule Mittelhessen kostengünstige und ökologisch verträgliche Alternativen zu herkömmlichen Techniken entwickeln. Kooperationspartner ist die Bremer Maritime Offshore Group.

Küstennahe Anlagen, die in einer Wassertiefe von bis zu 20 Metern installiert werden, errichtet man meist mit Monopiles. Das sind Stahlröhren, die in den Meeresboden gerammt werden und die Aufbauten tragen. Der damit verbundene Lärm stört und schädigt den maritimen Naturraum. Bei größeren Wassertiefen sind Monopiles aus technischen und wirtschaftlichen Gründen ungeeignet.

Da in Deutschland die küstennahen Gebiete großenteils unter Naturschutz stehen, werden Windparks in Zukunft überwiegend in 20 bis 60 Meter tiefen Gewässern gebaut. Christine Döbert, die am Gießener Fachbereich Bauwesen lehrt, konzentriert sich deshalb in ihrem Projekt auf die Entwicklung neuer Gründungsstrukturen, die in tiefen Gewässern wirtschaftlich und umweltverträglich sind. Da ein wesentlicher Anteil der Kosten auf Transport und Installation entfällt, ist die leichte Transportierbarkeit und Errichtung ein wichtiges Entwicklungskriterium.

Als Vorbild für die Formgebung sollen laut Döbert effiziente, aufgelöste Tragstrukturen in der Natur dienen, die bei minimalem Materialaufwand ein Maximum an Stabilität bieten. Die Hochschullehrerin denkt dabei zum Beispiel an Radiolarien. Das sind Planktonorganismen, die druck- und zugfeste mineralische Skelette in unterschiedlichen geometrischen Formen besitzen.

Die Gründungsstruktur soll wandelbar konstruiert werden: Während des Transports ist eine für die Logistik verträgliche Konstruktion maßgeblicher Auslegungsparameter. Am Bestimmungsort muss die Anlage der Belastung durch Wind, Seegang und Betrieb standhalten.

Döbert erwartet, „dass die entwickelte Gründungsstruktur durch Optimierung des Materialeinsatzes und die leichtere Installation einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber derzeit gängigen Konzepten aufweist. Durch die Verankerung in den Meeresgrund zum Beispiel über mehrere Rahmpfähle mit geringem Durchmesser sollen auch die Lärmemissionen während der Bauphase deutlich reduziert werden. Die Gründungsstruktur wird weitaus umweltverträglicher herstellbar sein als gängige Varianten.“

Das Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit von einem Jahr. Es wird im Rahmen des Programms „Forschung für die Praxis“ mit 35.000 Euro unterstützt. Damit fördert die Landesregierung praxisnahe Projekte an hessischen Fachhochschulen.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht BAUFRITZ-Musterhaus - Tradition im hier und jetzt: Heimat 4.0
07.05.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Gute Raumakustik in Arbeitsumgebungen: Konzentrierter arbeiten im Büro
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics