Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rutschhemmung von Bodenbelägen untersucht

09.11.2007
Stürze in Eingangsbereichen sind ein Unfallschwerpunkt, der sowohl aus bautechnischer Sicht wie auch für Versicherer von Bedeutung ist. Dabei führt eingetragene Feuchtigkeit trotz normgerechter und vorschriftsmäßig verlegter Bodenbeläge häufig zum Gleichgewichtsverlust beim Gehen.

Als kaum wahrnehmbarer Film verringert sie die Reibkräfte zwischen Schuhsohle und Bodenbelag.

Eine jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgelegte Forschungsarbeit unterzog zunächst die über 70 weltweit angewandten Verfahren zur Messung der Rutschhemmung einer Beurteilung. Dabei wurden Pendelgleiter, Abrollgleiter und ein Gleitreibungsmessgerät für die Laborversuche ausgewählt.

Zusätzlich zu diesen Messungen wurde die Oberflächenbeschaffenheit von insgesamt 27 verschiedenen Bodenbelägen aus fünf Produktgruppen mit Licht- und Rasterelektromikroskopischen Analysen sowie einer mechanischen 3-D-Abtastung unterzogen. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für die Entwicklung neuer Messtechniken. Bislang fehlt eine mobil einsetzbare Methode, um Bodenbeläge mit zerstörungsfreier Messtechnik zu überprüfen. Zudem wurde die Wirksamkeit verschiedener Verfahren getestet, um die Oberflächencharakteristik der geprüften Bodenbeläge chemisch und physikalisch zu modifizieren und ihre rutschhemmenden Eigenschaften insbesondere bei feuchten und nassen Böden zu verbessern.

Dazu wurden Fliesen, Feinsteinzeug und Betonwerkstein im Ursprungszustand sowie nach der Behandlung mit ätzenden Chemikalien und Laserstrahlung untersucht. Der ebenfalls untersuchte Granit wurde einer Lasermaterialbehandlung unterzogen, während das Betonsteinmaterial zusätzlich eine Nanokompositbeschichtung erhielt. Neben diesen mineralischen Bodenbelägen wurde auch Melaminharz-Laminat auf HDF getestet.

Für eine adäquate und in der Praxis brauchbare Beschreibung eines rutschfesten Untergrundes ist die einfache Messung der Tiefenrauheit nur begrenzt anwendbar. Vielmehr ist für die Messung bei der Produktion von Fliesen und anderen Bodenbelägen ein komplexes Muster von Kennzahlen betreffend Rauhigkeit, Profilbeschaffenheit und Adhäsionsverhalten anzustreben. In der Praxis - so zeigen die Untersuchungen - ist aber beispielsweise eine Kombination von Rutschhemmung mit guten Reinigungseigenschaften schwierig zu erzielen. Ätzen oder Schleifen verbessert zwar die Sicherheit, nimmt dem Boden aber den Glanz und lässt ihn leichter verschmutzen.

Reinigungs- und Konservierungsarbeiten können im Übrigen alle Bemühungen um bessere Rutschhemmung zunichte machen, wenn Wachse oder ähnliche Materialien wie eine Beschichtung wirken. Ebenso erweist sich auch eine größere Rautiefe nur in Verbindung mit anderen Oberflächenmerkmalen nützlich: Bei laserstrukturiertem Feinsteinzeug zum Beispiel befinden sich noch 80 Prozent der Oberfläche im Urzustand - die Schuhsohle gleitet über die wenigen, wenn auch tiefen Löcher hinweg. Dagegen wirken sich spitze Profilerhebungen in jedem Fall günstig aus, wie sie beispielsweise durch die chemische Behandlung von Beton erreicht werden können.

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fb 1090 "Oberflächencharakteristik von Bodenbelägen und deren Rutschhemmung"; A. Schnell, L. Goretzki, W. P. Weinhold; 92 S.; ISBN 3-86509-649-4; EUR 12,50. Zu beziehen beim Wirtschaftsverlag NW, Postfach 10 11 10, 27511 Bremerhaven, Tel.: 0471/945 44 61, Fax 0471/945 44 88.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/nn_8514/de/Publikationen/Forschungsberichte/2007/Fb1090,xv=lf.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten
22.02.2017 | Bayerische Forschungsallianz GmbH

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie