Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preisbewusst in die eigenen vier Wände

03.01.2005


Infratest-Daten zeigen: Zwei Drittel der Eigenheimerwerber drücken die Baukosten - Ost-Bauherren noch erfolgreicher

Eigenleistungen bringen im Schnitt fast 30.000 Euro


Sparen ohne Qualitätsabstriche - auf diese Formel setzen neue Wohneigentümer erfolgreicher denn je. Sie nutzen immer stärker die preisgünstigeren Angebote von gebrauchten Immobilien. Und auch beim Neubau wird noch mehr als bisher auf Einsparmöglichkeiten geachtet. Zwei von drei Erwerbern von neu errichteten Eigenheimen reduzierten in den Jahren 2001 bis 2003 gezielt die Kosten, und zwar mit einem ganzen Strauß von Sparansätzen. Das hat eine aktuelle Befragung von TNS Infratest ergeben, die von mehreren Instituten, unter anderem den Landesbausparkassen (LBS), in Auftrag gegeben wurde.

Dabei sind die Bauherren laut LBS Research in den neuen Ländern noch kosten- und preissensibler als die im ehemaligen Bundesgebiet. In Ostdeutschland geben sogar 82 Prozent der Befragten an, in den letzten drei Jahren zweckgerichtet Einsparmöglichkeiten realisiert zu haben (nach 77 Prozent in den Jahren 1998 bis 2000). Auch in Westdeutschland hat sich das kostengünstige Bauen zusätzlich verbreitet: Von 61 auf 64 Prozent aller Neubau-Eigenheime stieg hier der Anteil weiter an.

Mit Abstand an der Spitze aller genutzten Möglichkeiten liegen dabei größere Eigenleistungen (siehe Grafik). 61 Prozent aller Kostensparer in den alten Ländern nutzen gezielt diesen Ansatz, in den neuen Ländern sind es sogar 69 Prozent. Welches Potenzial hier gehoben werden kann, zeigt nach Einschätzung von LBS Research die Tatsache, dass der Wert dieser Eigenleistungen im Schnitt mit 28.000 Euro beziffert wird. Das sind annähernd 15 Prozent der durchschnittlich gezahlten Neubau-Preise. Beim Vertrauen auf die "Muskelhypothek" setzen die meisten Erwerber sich gleichwohl Grenzen: Das Selbstbauhaus wird nur von relativ wenigen (rund 5 Prozent) als Angebot genutzt.

Drei von zehn Bauherren achten auf eine günstige Lage des Grundstücks innerhalb der Gemeinde. Bei den meisten anderen Einsparmöglichkeiten gibt es allerdings spürbare regionale Unterschiede, die sich nach Auskunft von LBS Research auf einen wichtigen Nenner bringen lassen: Die Erwerber in Westdeutschland versuchen stärker, die Kosten für das Grundstück in Grenzen zu halten, in den neuen Ländern mit ihren deutlich niedrigeren Baulandpreisen stehen dagegen Einsparpotenziale beim Bauaufwand im Vordergrund. Fast die Hälfte der Ost-Bauherren (48 Prozent gegenüber 27 Prozent in Westdeutschland) verzichtet z.B. auf den Keller, für 32 Prozent (West: 19 Prozent) tut es der Carport anstelle einer Garage. Demgegenüber setzen West-Eigenheimer überdurchschnittlich häufig (28 Prozent statt 22 Prozent in den neuen Ländern) auf kleinere Grundstücke, und 21 Prozent (gegenüber nur 7 Prozent im Osten) sind unter Kostenaspekten mit dem Reihenhaus anstelle eines freistehenden Einfamilienhauses zufrieden.

Kaum Kompromisse gibt es laut Umfrage jedoch bei der Wohnfläche. Einfachere Grundrisse werden zwar realisiert (von 23 bzw. 30 Prozent). Aber wie in der Voruntersuchung sind es in West wie Ost keine 10 Prozent, die über geringere Quadratmeterzahlen die Kosten drücken wollen. Auch das Thema "Erbbaurecht" hat noch einmal an Bedeutung verloren - kein Wunder, ist doch der Hypothekenzins für diejenigen, die auch an Grund und Boden volles Eigentum erwerben wollen, in den letzten Jahren nicht mehr viel höher als der "normale" Erbbauzins von 4 Prozent.

Auffallend ist für LBS Research die Vielfalt und die Intensität, mit der jetzt das Thema "Kostengünstiges Bauen" von Bauherren angegangen wird. Im Schnitt werden nämlich drei bis vier verschiedene Ansatzpunkte gleichzeitig genutzt. Dies zeigt, dass bereits jetzt immer mehr Menschen auf die Kombination von Eigenheimzulage und eigenen Anstrengungen angewiesen sind. "Nachdem die Neubauförderung bereits zum 1. Januar 2004 deutlich reduziert worden ist, wird kostengünstiges Bauen an Bedeutung noch weiter zunehmen", so die LBS-Experten abschließend. Und letztlich sorgt der Erfolg dieser Bemühungen im Ergebnis dafür, dass bei leicht gestiegenen Einkommen und gesunkenem Zinsniveau die Durchschnittspreise für Wohneigentum auch im Neubau seit einer Reihe von Jahren schon nicht mehr gestiegen sind. Auf diese Weise konnten weitere Schichten von Wohneigentumserwerbern mit mittleren Einkommen erfolgreich die Schwelle zu den eigenen vier Wänden überwinden.

Ivonn Kappel | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dsgv.de

Weitere Berichte zu: Baukosten Einsparmöglichkeiten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Ein Korsett für schwache Stützen aus Beton
12.10.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Raumwunder im Hinterhof
12.10.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise