Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Technik im 1-Liter-Solarhaus

11.10.2000


Ein neues Haustechnikkonzept ermöglicht es, den Heizwärmeverbrauch in Solar-Passivhäusern auf umgerechnet einen Liter Heizöl je Quadratmeter zu senken. Das System nutzt die Abluftwärme zur Außenlufterwärmung und für eine Wärmepumpe.

Solar-Passivhäuser decken einen großen Teil ihres Wärmebedarfs mit der Kraft der Sonne. Den Rest liefert eine hochinnovative kompakte Haustechnik. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelte zusammen mit Industriepartnern ein zukunftsfähiges Haustechnikkonzept. Es wurde mit Förderung der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der Stiftung Energieforschung Baden-Württemberg in einem freistehenden Einfamilienhaus in Bruchsal und in sieben Reihenhäusern in Neuenburg am Rhein getestet. Nach der letzten Heizperiode liegen erfolgreiche Ergebnisse vor: Die verbrauchte Heizwärme liegt bei etwa einem Zehntel des Werts für Niedrigenergiehäuser. Heizung, Warmwasser und Lüftung kosten rund 300 DM pro Jahr. Die Forscher erarbeiten komplette Konzepte für Solar-Passivhäuser und begleiten die Umsetzung mit durchgängigen Messungen.

Solar-Passivhäuser sind so gebaut, dass möglichst wenig Wärme über die Wände oder Fenster verloren geht. Voraussetzung ist neben dem baulichen Wärmeschutz auch die kontrollierte Be- und Entlüftung der Gebäude. Allein die passive Nutzung der Sonnenenergie genügt, um den jährlichen Bedarf an Heizwärme im hiesigen Klima von durchschnittlich zehn Liter Heizöl pro Quadratmeter in einem Niedrigenergiehaus auf umgerechnet einen Liter im Solar-Passivhaus zu senken. Um diese restliche Heizwärme zu erzeugen, bietet die Firma Maico Haustechnik Systeme ein gemeinsam mit dem ISE entwickeltes neues Lüftungs-Kompaktgerät an. »Das System nutzt die Wärmerückgewinnung aus der Abluft in Kombination mit einer Wärmepumpe«, erklärt Dr. Christel Russ vom ISE. Heizkörper werden überflüssig. Die Heizwärme für die Gebäude wird mit der Frischluft zugeführt. In drei Stufen wird sie angenehm temperiert. Zunächst wird die Luft über Rohre durch die Erde geleitet und vorgewärmt. Eine weitere Erwärmung erfolgt in einem Plattenwärmetauscher: Die Abluft aus den Räumen gibt hier einen großen Teil ihrer Energie an die vorgewärmte Frischluft ab. Um die gewünschte Heiztemperatur zu erreichen, muss die Luft an kalten Tagen weiter erwärmt werden. Das geschieht mit Hilfe der Wärmepumpe, die der Abluft nach dem Wärmetauscher nochmals Energie entzieht und sie der Frischluft zuführt. Die gleiche Wärmepumpe erwärmt - ergänzend zur Solaranlage - das Brauchwasser.

Damit eröffnet diese innovative Haustechnik neue Möglichkeiten für zukünftiges Wohnen in Solar-Passivhäusern. Sie leistet einen enormen Beitrag zur Einsparung der CO2-Emissionen, deren Ursache derzeit immer noch zu mehr als einem Drittel die Gebäudeheizung ist.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie