Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dämmen mit Flachs und Schafwolle

15.12.2003


Geernteter Flachs beim Trocknen
© agenda / Michael Kottmeier


Wärmedämmende Matten aus Flachs werden finanziell gefördert. Die Liste umfasst rund zwei Dutzend Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen
© agenda / Michael Kottmeier


Wer nach 2002 ein Haus gebaut hat, ist fein raus. Neubauten unterliegen der Energieeinsparverordnung und ihre Wärmedämmung ist bei sachgerechter Ausführung gut. Wer hingegen ein älteres Gebäude besitzt, sollte über eine energetische Sanierung nachdenken. Denn die Auswirkungen auf den Geldbeutel sind nicht unerheblich: Knapp 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts entfallen statistisch auf das Heizen. Altbauten verbrauchen etwa viermal so viel Heizenergie wie Neubauten. Mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand kann man die Heizkosten halbieren, wenn man mit dem Dämmen gleich den Heizkessel austauscht. Je nach Preis für den oder die Energieträger haben sich die Ausgaben nach einigen Jahren armortisiert.


Gedanken machen sollte sich ein Bauträger oder Hausbesitzer auch über Dämmmaterialien. Aus Kostengründen wird in den meisten Fällen zu bewährten Klassikern wie Mineralwolle oder Hartschaum gegriffen. Dabei ist die Vielfalt möglicher Materialien recht groß. Wärmedämmstoffe aus Schafwolle oder gar Wiesengras, Dämmplatten aus Hanf, Flachs, Sisal oder Jute sind zugelassen. »Die Wärmedämmung ist nicht das einzige Kriterium«, weiß Professor Dr. Klaus Sedlbauer, neuer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP. »Faktoren wie das Speichervermögen für Wärme und Luftfeuchte etwa tragen erheblich zu einem ausgeglichenen und angenehmen Raumklima bei. Material, Dicke und Verarbeitung sollten auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmt werden.«

Die Akzeptanz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen korreliert natürlich auch mit ihren Kosten. Daher hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ein Förderprogramm gestartet. Pro Kubikmeter werden 30 oder 40 Euro vergütet. Dies hängt von der Kategorie ab, in die die Forscher vom IBP einen Dämmstoff einstufen. »Grundvoraussetzung ist die nationale oder europäische Zulassung einer Bauaufsicht«, erläutert Dämmstoffexperte Norbert König. »Die höhere Förderung erhalten solche, die die Auflagen eines Gütesiegels erfüllen.« Inzwischen konnten mit den Arbeiten am IBP zwei Dutzend Produkte von unterschiedlichen Herstellern klassifiziert und in eine Förderliste aufgenommen werden. Die dem Bundesministerium nachgeordnete Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. pflegt das Hersteller- und Produktverzeichnis und führt Informationsveranstaltungen über Vorteile und Anwendungsgrenzen der Dämmstoffe durch. Im Internet finden Interessenten auch die genauen Bedingungen für die Förderung und ein Antragsformular.


Ansprechpartner:
Dipl.-Phys. Norbert König
Telefon 07 11 / 9 70-33 70
Fax 07 11 / 9 70-33 85

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart

Servicebüro der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe FNR:
Sandra Schuth
Telefon 02 28 / 9 85 79 99
Fax 02 28 / 96 94 04 58

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/german/press/pi/index.html
http://www.ibp.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Flachs IBP Rohstoffe Schafwolle Wärmedämmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten
22.02.2017 | Bayerische Forschungsallianz GmbH

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie