Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schimmelpilze austrocknen

11.10.2002


Diese Pilzsaison ist ungesund bis unangenehm und findet nicht im herbstlichen Wald statt. Auch im Haus fühlen sich verschiedenste Vertreter der botanischen Abteilung Mycophyta wohl - vorausgesetzt, sie stoßen auf günstige Bedingungen. Meist genügt bereits ein karger, doch verdaubarer Untergrund, der sie wachsen lässt. Besonders anziehend wirkt dessen Feuchte, die stark von der Temperatur abhängt. Hat sich der Schwamm oder Schimmel erst eingenistet, können geänderte Lüftungsgewohnheiten meist nur noch die weitere Ausbreitung der Pilze unterdrücken. Wer eine dann fällige, tiefer gehende Sanierung der Bausubstanz vermeiden will, hätte sich zumindest als Architekt schon viel früher mit Fragen von Raum- und Gebäudeklima beschäftigen müssen. Genau für diesen Bereich entwickelten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP das Programm WUFI - Wärme- und Feuchtetransport instationär. Seit über sechs Jahren wird diese Softwarefamilie von mehr als 1 200 lizenzierten Wissenschaftlern und Praktikern dazu eingesetzt, klimatische Gegebenheiten in Gebäuden zu berechnen und zu optimieren. Zwei weltweit neuartige WUFI-Module wurden kürzlich der Öffentlichkeit vorstellt.

... mehr zu:
»IBP »Schimmelpilze »WUFI

»Stellen Sie sich eine neu gebaute Wand vor, die trocknet!«, sagt der stellvertretende Institutsleiter Dr. Klaus Sedlbauer. »Instationär bedeutet dabei, dass die Wärme- und Wassermenge, die durch eine Wandfläche transportiert wird, zeitlich nicht konstant ist. Eine neue Mauer benötigt einige Jahre, bis sie weitgehend trocken ist, und entsprechend ändert sich das Raumklima.« WUFI berücksichtigt ebenso kürzerfristige Ereignisse wie Sonneneinstrahlung, Temperatur der Außenluft oder Regen, der die Wand benetzt.

Mit einem der beiden neuen Module lässt sich nun die Gefahr der Schimmelbildung einschätzen: Wurde das Programm mit allen bauphysikalisch relevanten Größen gefüttert, so geben sie die Feuchte der Innen- wie Außenwand an. Variiert der Architekt oder Techniker ein Gebäudeteil geometrisch oder gibt er einen schwerverdaulicheren Baustoff ein, so mag es passieren, dass die »Ampel« der Software von rot wie »Vorsicht, Schimmelrisiko!« auf grün wie »Unbedenklich« springt. Grundlage der Beurteilung bilden Messungen und Beobachtungen über viele Jahre. Das zweite neue WUFI-Modul berücksichtigt erstmals auch Luftströmungen. Der rechnerische Aufwand ist beträchtlich, denn der Übergang von Wasser und Wärme zwischen Festkörper und Luft hängt ganz erheblich von der Strömungsgeschwindigkeit am jeweiligen Ort ab.


Ansprechpartner:
Dr. Klaus Sedlbauer
Telefon 0 80 24 / 6 43-43
Fax 0 80 24 / 6 43-66

Dr. Hartwig Künzel
Telefon 0 80 24 / 6 43-45

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP
Freilandversuchsstelle Holzkirchen
Fraunhofer Straße 10
83626 Valley

Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer Gesellschatf
Weitere Informationen:
http://www.wufi.de/
http://baubiologie.tappeser.de/schimmel.htm

Weitere Berichte zu: IBP Schimmelpilze WUFI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Roboterzelle bereichert Forschung zur Holzbearbeitung
17.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Innovatives Sonnenhauskonzept des ISFH erreicht 20% Mehrertrag bei 35% geringeren Kosten
24.10.2017 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie