Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start RYE-SELECT-Projekt für die schnellere Auswahl neuer Roggensorten

10.11.2011
Julius Kühn-Institut (JKI) Partner im nationalen Forschungsverbund zu genombasierten Züchtungsmethoden bei Roggen, Laufzeit 3 Jahre

Unter den heimischen Getreidearten sticht Roggen mit besonderen Eigenschaften hervor. Unser "täglich-Brot"-Getreide gilt als ausgesprochen anspruchslos und tolerant gegenüber Stress. Er legt als Wintergetreide zeitig im Frühjahr das schnellste Pflanzenwachstum vor und liefert sichere Erträge auch auf leichten Sandböden, auf denen andere Kulturarten nicht mehr gedeihen.

Als Brotgetreide hat Roggen einen hohen ernährungsphysiologischen Wert. Seine Bedeutung als Futtergetreide und als erneuerbarer Energieträger, der Biomasse-Fruchtfolgen ergänzen und auflockern kann, wächst. Für diese Vielseitigkeit muss züchterisch etwas getan werden. Hier kommen die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Groß Lüsewitz ins Spiel. In den nächsten drei Jahren sind sie in das neue Forschungs-Projekt RYE-SELECT eingebunden. In ihm sollen molekulare Züchtungsmethoden entwickelt werden, um gezielter als bisher optimal angepasste Roggenpflanzen züchten zu können und so die Züchtung neuer Sorten zu beschleunigen.

Der Startschuss für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative "Pflanzenbiotechnologie der Zukunft“ geförderte Verbundvorhaben fiel im Oktober. Beteiligt sind die Technische Universität München, das Leibniz Institut für Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, die Universität Hohenheim und das Julius Kühn-Institut im Verbund mit der KWS LOCHOW GmbH. Der Beitrag des JKI besteht darin, jene Abschnitte des Roggenerbguts zu identifizieren, in denen wertvolle Genvarianten für bestimmte Qualitätseigenschaften sowie für eine optimale Pollenschüttung lokalisiert sind.

Letzteres ist von Bedeutung, da Roggen als einziges heimisches Getreide fremdbefruchtend ist. Er setzt nur Samen an, wenn seine Ähren über den Wind mit Pollen anderer Roggenpflanzen bestäubt worden sind. Eine gute Pollenschüttung ist also essenziell für den Kornertrag. Genvarianten, die zu einer hohen Pollenschüttung führen, gibt es z. B. im Erbgut von exotischen Roggenherkünften aus Südamerika. Pflanzenzüchter sind bestrebt, solche wertvollen Genvarianten in ihr Zuchtmaterial einzukreuzen. Per DNA-Test lässt sich der gewünschte Input der Kreuzungseltern in ihren Nachkommen überprüfen. Ein solcher Test ist schneller und genauer als die langwierige Merkmalserfassung im Zuchtgarten – vorausgesetzt, dem Züchter stehen dafür die geeigneten DNA-Marker für sein Zielgen zur Verfügung. Genau das soll RYE-SELECT leisten: „Unser Ziel ist es, molekulare Präzisionswerkzeuge für unser traditionelles Getreide zu entwickeln, mit denen in der praktischen Roggenzüchtung eine frühzeitige und sichere Auswahl der wertvollsten Pflanzen möglich ist“, erklärt JKI-Züchtungsforscher Dr. Bernd Hackauf anlässlich des Projektstartes.

Ihr wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Bernd Hackauf
Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen
Rudolf-Schick-Platz 3a, OT Groß Lüsewitz, 18190 Sanitz
Tel.: 038209 45-207
E-Mail: zl(at)jki.bund.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie