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Neue Studie zum Nutzen von Bt-Baumwolle

21.10.2009
Weiterer Zündstoff für kontroverse Diskussion

Der Anbau von Bt-Baumwolle kann zum Abbau von Armut beitragen. Das ist die Aussage einer kürzlich von Forschern der Göttinger Agrarfakultät veröffentlichten Studie. Damit liefern die Wissenschaftler erneut Ergebnisse, die die Fachwelt zu weiteren kontroversen Diskussionen anregen dürften.

Baumwollpflanzen werden vielerorts stark geschädigt durch den Baumwollkapselbohrer, eine kleine Raupe, die große Fraßschäden anrichten kann. Abhilfe bringt das Bacillus thuringiensis (Bt), das einen Giftstoff gegen die Raupe produziert und als Pflanzenschutzmittel versprüht werden kann. Mit Hilfe von Gentechnologie war es jedoch gelungen, Baumwollpflanzen so zu verändern, dass sie das Bt-Gift selbst produzieren und die Raupen beim Fraß abgetötet werden.

Seit dem praktischen Einsatz der "Bt-Baumwolle" veröffentlichen Wissenschaft, Industrie, Naturschutzorganisationen und Entwicklungshilfeeinrichtungen regelmäßig Studien, die teils den Nutzen und teils den Schaden für die Landwirte in Entwicklungs- und Schwellenländern darstellen. Gegner der Bt-Baumwolle sehen vor allem ihre jahrelangen Bemühungen zunichte gemacht, den Befallsdruck durch nachhaltige Anbausysteme zu mindern und damit den Schaden für die Farmer in Grenzen zu halten. Man argumentiert, dass die Bt-Baumwolle zu kurze Fäden produziere und damit den Bauern eher Verluste als Nutzen bringe.

Außerdem seien die Kosten für das Saatgut hoch, so dass sich die Farmer verschuldeten. Die neue Studie belegt nach Angaben der Göttinger Wissenschaftler genau das Gegenteil. Der Anbau schädlingsresistenter Bt-Baumwolle in Indien könne die Einkommen ländlicher Armutshaushalte beträchtlich steigern. Die Studie berücksichtigt nicht nur Ergebnisse vom Feld, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Bt-Baumwolle sei in Indien 2008 von mehr als fünf Millionen Kleinbauern angebaut worden. Eine repräsentative Umfrage habe ergeben, dass Kleinbauern, die Bt-Baumwolle anbauen, im Durchschnitt 41 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel benötigten und 37 Prozent höhere Erträge produzierten.

Nichtregierungsorganisationen warnen jedoch davor, den Hunger als Argument für die Gentechnik zu nutzen. Die Möglichkeiten der konventionellen und organischen Landwirtschaft seien noch lange nicht ausgereizt. Fest steht, dass das Thema grüne Gentechnik insgesamt die Experten schon lange in Lager spaltet, in denen die Gegner die möglichen Vorteile kategorisch ablehnen und die Befürworter mögliche negative Auswirkungen nicht gelten lassen.

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.nature.com/nbt/journal/v27/n9/full/nbt0909-803b.html

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