Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit in der Immobilienbewertung

23.05.2011
Geodätisches Institut der Leibniz Universität Hannover entwickelt Methode zur Bestimmung der Zuverlässigkeit von Immobilienwerten

Wer sich eine Immobilie zulegen möchte, muss Preise vergleichen, um den Wert seines zukünftigen Grundstücks oder Hauses realistisch einschätzen zu können.

Professionelle Gutachter nutzen dafür das sogenannte Vergleichswertverfahren: Der Marktwert einer Immobilie wird aus tatsächlichen Kaufpreisen von weiteren Immobilien abgeleitet, die in Lage, Nutzung, Zuschnitt und Gebäudezustand weitgehend mit dem betreffenden Wertermittlungsobjekt übereinstimmen.

Je mehr vergleichbare Käufe zur Bewertung herangezogen werden können, desto zutreffender ist das Ergebnis. Weil Grundstücke und Häuser aber sehr viele individuelle Merkmale aufweisen, ist der Unsicherheitsfaktor bei der Immobilienbewertung groß und kann bisher nicht genau erfasst werden. Um diesen Unsicherheitsfaktor in Zukunft als weitere Information zum Bewertungsergebnis angeben zu können, entwickelt das Geodätische Institut der Leibniz Universität jetzt ein spezielles Verfahren dafür.

„Ziel ist es, dem Bewertungsergebnis eine Zahl hinzuzufügen, die besagt, wie gut das Ergebnis ermittelt ist“, erläutert Prof. Winrich Voß vom Geodätischen Institut. Das Projekt, das seit Januar 2011 läuft, wird für drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die zuverlässige Bestimmung von Immobilienwerten im jeweiligen Marktumfeld ist gesellschaftlich und wirtschaftlich äußerst entscheidend, weil Immobilienkrisen, wie jüngst in den USA oder in Spanien, Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor haben können. Unter der Leitung von Professor Voß (Flächen- und Immobilienmanagement) und Professor Hansjörg Kutterer (Geodätische Auswertemethoden) entsteht ein mathematisch-statistisches Modell, das die Marktwert-Unsicherheiten von Immobilien quantifiziert.

Dafür müssen zunächst die Unsicherheiten der Eingangsgrößen wie Lage, Miete, Alter und Ausstattung eines Hauses oder einer Wohnung erfasst werden. Die Wissenschaftler greifen dafür auf Marktdaten der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen zurück. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Wo entstehen Unsicherheiten? Welcher Art sind sie, und wie beeinflussen sie die Kombination der Verkehrswerte? Zwei Methoden der Statistik, die Fuzzy-Theorie und das Bayes-Theorem, die einzeln und in Kombination eingesetzt werden, sollen es ermöglichen, die Unsicherheiten der Marktwerte zu berechnen. Die Kombination der Fuzzy-Bayes-Ansätze soll als innovative Methode in die Ermittlung von Verkehrswerten eingeführt werden. Die Angabe von Unsicherheitsmaßen der Bewertungsergebnisse kann die Markttransparenz erheblich erhöhen.

Die Beschäftigung mit dem Immobilienmarkt ist ein traditionelles Forschungsgebiet am Geodätischen Institut der Leibniz Universität. Bereits 1977 entwickelte der Honorarprofessor Werner Ziegenbein in seiner Dissertation die Voraussetzungen für den Einsatz der Regressionsanalyse in der Immobilienbewertung und deren EDV-gestützte Umsetzung in der Praxis. Dem folgten weitere wissenschaftliche Arbeiten in dem Bereich. Auf dieser Basis arbeiten bis heute viele Gutachterausschüsse bei der Auswertung der Kaufpreise von Immobilien und der Analyse von Marktbewegungen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Winrich Voß vom Geodätischen Institut unter Telefon +49 511 762 19927 oder per E-Mail unter voss@gih.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten