Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Invasive Tierarten - Frühwarnung für die Amurgrundel

08.04.2015

Perccottus glenii Dybowski, 1877 - so lautet der wissenschaftliche Name der Amurgrundel. Das ist ein kleinwüchsiger Fisch, der zu den Barschverwandten gehört. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Ende 2014 eine Frühwarnung für diese invasive Art herausgegeben, nachdem drei erwachsene Tiere erstmalig wildlebend in einem kleinen bayerischen Fließgewässer nachgewiesen wurden.

Die "Chinesische Grundel" oder "Schläfergrundel", wie die Art auch genannt wird, ist in Russland, China und Nord-Korea beheimatet. Sie wird bis zu 25 Zentimeter groß, die Färbung variiert von blaugrün zu braun mit dunklen Flecken und Binden. Die Fischart gilt als sehr aggressiv.

In kleinen Gewässern ist sie laut BfN für das Ausrotten anderer Fischarten sowie Amphibienlarven und Makroinvertebraten - kleine wirbellose Tiere in Süßgewässern ab etwa 1 Millimeter Länge - verantwortlich.

So ist aus russischen Kleingewässern bekannt, dass Perccottus glenii den gesamten Fischbestand eines Gewässers vernichten kann. In einigen großen Gewässern kam es zum völligen Verschwinden der Kamm- und der Teichmolche.

Gebietsfremde Vorkommen sind inzwischen in mehreren, insbesondere osteuropäischen Ländern bekannt. Der Erstnachweis in Deutschland führte zur Frühwarnung, da die Amurgrundel ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die heimische aquatische Fauna besitzt.

Das BfN vermutet, dass gegebenenfalls auch mit ökonomischen Auswirkungen zu rechnen ist. Nach der naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertung wurde die Amurgrundel daher auch in Deutschland in die Liste der invasiven gebietsfremden Arten aufgenommen.

Die Fischart gelangte vermutlich unabsichtlich aus bewirtschafteten Fischteichen in einem Naturschutzgebiet in Bayern ins offene Gewässer. Die Einschleppung in die Fischteiche wiederum erfolgte wahrscheinlich unabsichtlich mit kommerziellen Fischtransporten.

Mit dem Trockenlegen der Teiche, in denen extensiv Zander, Karpfen und Hecht produziert werden, wird das Wasser in kleine Fließgewässer abgeleitet. Die Naturschützer vermuten, dass dadurch möglicherweise wiederholt erwachsene oder juvenile Tiere beziehungsweise Eier der Amurgrundel unbeabsichtigt in die freie Natur gelangten.

Das Bundesamt rät dazu, umgehend effektive Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Amurgrundel in deutschen Gewässern zu verhindern. Andernfalls sei mit einer Etablierung und Ausbreitung der gebietsfremden Art in deutschen Flüssen zu rechnen. Da eine Weiterverbreitung der Art auch über Aquaristik und Besatzmaterial anderer Fischarten gegeben ist, sollte jeglicher Besatz mit der Amurgrundel unterlassen werden.

Heike Stommel, www.aid.de

Heike Stommel | www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise