Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünlandforschung: Autonome Roboter und mehr Heu als Futtermittel

24.10.2013
Ein Forschungsverbund aus Frankreich, der Türkei und Deutschland entwickelt einen Roboter zur Datenerfassung und Pflege von Grünlandaufwuchs. Im Ökolandbau beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, wie Heu innovativ geborgen, konkurrenzfähig und sein Futteranteil erhöht werden kann.

Länderübergreifend haben sich europäische Wissenschaftler zusammengetan, um mit innovativer Informations- und Kommunikationstechnik sowie Robotik die Grünlandbewirtschaftung und das Grünlandmanagement zu optimieren.

i-LEED heißt das Projekt, bei dem ein autonomer Gründlandroboter zur sensorbasierten Datenerfassung und Pflege des Grünlandaufwuchses auf Koppeln entwickelt wird. Außerdem bauen die Wissenschaftler aus Frankreich, der Türkei und Deutschland die entsprechende Software weiter aus.

Die Herausforderung: Automatisierung bei individueller Anpassung

Ziel ist es, erfasste Datenströme zu bündeln, zu analysieren, mit anderen betriebsrelevanten Daten zu kombinieren und in ein automatisiertes Bewirtschaftungssystem zu integrieren. Solche Daten können beispielsweise Informationen zum Herdenmanagement, zur Fütterung der Tiere oder auch zur automatisierten Milchproduktion sein. Um Abhängigkeiten einzelner Komponenten zu vermeiden, müssen trotz der Automatisierung manuelle Schnittstellen zur Dateneingabe vorhanden sein. Die Koppelbewirtschaftung wird fortwährend dem Status Quo des Systems angepasst.

Diese individuelle Anpassungsfähigkeit ist eine der Herausforderungen des Forschungsprojektes, das im ERA-Net ICT-AGRI gestartet ist. In diesem europäischen Forschungsverbund sind 32 Institutionen aus 21 Ländern des europäischen und angrenzenden Wirtschaftsraumes vertreten. ICT-AGRI dient der Forschungskoordinierung und -förderung von Projekten, die sich mit Informations- und Kommunikationstechnik sowie Robotik in der Landwirtschaft beschäftigen. Die BLE betreut das Projekt i-LEED, dessen Laufzeit drei Jahre beträgt und mit 356.000 Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird.

Heu-Bergung mit neuer Technik

Um die Grünlandförderung geht es derzeit auch im Ökolandbau. Die BLE unterstützt aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) für drei Jahre ein Gemeinschaftsprojekt, das mit verbesserter Grünlandtechnik die Heu-Bergung optimieren und Heu gegenüber der Silagegewinnung konkurrenzfähiger machen will. Dadurch soll schließlich der Anteil von Heu an den Fütterungsrationen steigen. In Zusammenarbeit mit landtechnischen Unternehmen entwickeln die Forscher die Bergetechnik weiter und leisten Wissenstransfer zu den Möglichkeiten der Heugewinnung in der landwirtschaftlichen Praxis.

Aus Sicht der Tierernährung ist Heu für Wiederkäuer besonders vorteilhaft, da es förderlich für die Tiergesundheit und Lebensleistung ist. Mit dem Heu- und Weidegrasanteil in der Ration steigt der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen in Fleisch und Milch, insbesondere an Omega-3-Fettsäuren. Heu wurde dennoch in den vergangenen Jahrzehnten von der Silage verdrängt, unter anderem weil sie kostengünstiger ist.

Weitere Informationen:

http://www.fisaonline.de
Projektbeschreibungen im Forschungsinformationssystem Agrar/Ernährung
http://www.ble.de/forschungsfoerderung
Rubrik Forschungsförderung der BLE

Barbara Moitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ble.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie