Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückstandssituation bei Lebensmitteln: EU-Monitoringbericht 2005

30.10.2007
Gute Nachrichten für Verbraucher: Mehr als die Hälfte aller Lebensmittel in Europa ist frei von Pestizidrückständen. Das ergaben die nationalen Rückstandskontrollen für das Jahr 2005.

Die EU-Kommission hat die Ergebnisse jetzt in einem Bericht zusammengefasst. Rückstände innerhalb der zulässigen Höchstmengen fanden sich danach in 41 Prozent der Proben. Bei knapp fünf Prozent wurden Überschreitungen festgestellt.

Dieser Anteil halbiert sich allerdings, wenn aus Drittländern importierte Ware ausgeklammert wird. Ein beträchtlicher Teil der Überschreitungen ist zudem auf unterschiedliche Höchstmengen in den Ländern Europas zurückzuführen. In Deutschland betrifft das mehr als die Hälfte der Nachweise.

Die nationalen Rückstandskontrollen in 28 europäischen Ländern umfassten über 60.000 Proben, vorzugsweise Obst, Gemüse und Getreide. Besonders häufig untersucht wurden Produkte, bei denen in früheren Jahren auffällige Rückstände gefunden worden waren. Die Rückstandssituation dürfte daher in der Praxis noch günstiger sein als der Bericht darstellt. Die Kommission verweist zudem darauf, dass durch bessere Analysetechnik und Laborausstattung immer kleinere Mengen und immer mehr verschiedene Substanzen aufgespürt werden können.

Verarbeitete Lebensmittel schneiden im Übrigen noch besser ab als Frischware. Zwei Drittel aller Proben sind hier rückstandsfrei. Bei Babykost, für die besonders strenge Grenzwerte gelten, liegt dieser Anteil sogar bei 94 Prozent.

"Viele Verbraucher glauben, wegen möglicher Rückstände nur von Biokost gesund leben zu können. Wir verstehen diese Befürchtung, aber der Bericht der Kommission zeigt, dass man unbesorgt zum ganz normalen Obst und Gemüse greifen kann. Jede zweite Frucht ist auch dort frei von Rückständen. Und die winzigen Spuren in der übrigen Ware sind kein Risiko für die Gesundheit. Das bestätigen uns die Behörden, die die Pflanzenschutzmittel genau prüfen, bevor sie auf den Markt kommen", erklärt dazu Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e. V. in Frankfurt.

Erst kürzlich habe zudem die Stiftung Warentest berichtet, dass
Normal- und Biokost im Hinblick auf Inhaltsstoffe und andere Qualitätsmerkmale gleichwertig sind.

Deutsche Verbraucher sind durch die amtlichen Kontrollen besonders gut geschützt. Fast ein Viertel aller Proben stammt von hier. Alle deutschen Labore sind akkreditiert, sie erfüllen also hohe Standards. Und sie analysieren die mit Abstand höchste Zahl von Wirkstoffen, nämlich über 600. Nachgewiesen wurden bei den deutschen Kontrollen 292 Wirkstoffe, im EU-Durchschnitt finden die Labore 215 verschiedene Substanzen. Zusätzlich zu den staatlichen Kontrollen sorgt die Wirtschaft selbst für Sicherheit. Erzeuger und Handel führen mindestens zehn Mal so viele Rückstandsuntersuchungen durch wie die amtliche Lebensmittelüberwachung. Diese Kontrollen haben einen großen Vorzug: Schwachpunkte in der Produktion werden frühzeitig entdeckt und können auf kurzem Wege beseitigt werden.

Der Industrieverband Agrar e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 44 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

Hannelore Schmid | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.iva.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave
20.02.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

nachricht Rinderhaltung: Europäische Agrarwissenschaftler betreten Neuland in der Forschungskooperation
16.02.2018 | Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics