Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Knautschzone" Au

10.04.2007
Die Au nimmt als Lebensraum und natürlicher Hochwasserregulator einen wichtigen Platz im Ökosystem "Gewässer" ein. Wie sie zur "Entsorgung" von Nährstoffüberschüssen aus Abwässern und landwirtschaftlicher Überdüngung beiträgt, ist Thema des Projektes "Wetlands". ForscherInnen der Technischen Universität (TU) Wien entwickelten Methoden zur Quantifizierung des Nährstoffrückhaltes am Beispiel der Donauauen.

"Wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Eintragspfaden von Pflanzennährstoffen wie Phosphor und Stickstoff in Gewässersysteme. Anhand der Donauauen haben wir untersucht welchen Beitrag sie zum Nährstoffrückhalt liefern. Der mittlere Phosphortransport der Donau bei Wien beträgt beispielsweise circa 7.000 tP/a (Tonnen pro Jahr). In der Regelsbrunner Au werden je nach hydrologischer (Abfluss-) Situation etwa 15 tP/a in einem trockenen Jahr und bis zu 500 tP/a in einem feuchten Jahr zurückgehalten. Im Vergleich gelangen über die Abwässer Wiens nach der Modernisierung der Hauptkläranlage ca. 150 tP/a in die Donau", erläutert Mathias Zessner vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien.

Ähnlich verhält es sich mit dem Nitrattransport (NO3-N) in der Donau. Auch hier konnten die TU-WissenschafterInnen nachweisen, dass die Auen zur Nährstoffelimination aus der Donau beitragen. Projektmitarbeiter und Diplomgeograf Jens-Oliver Gabriel: "Stickstoff und Phosphor sind die wesentlichen Pflanzennährstoffe. Für die Gewässer stellen sie eine Belastung dar. Über verschiedene Eintragspfade (z.B. Abwasserentsorgung der Haushalte, industrielle Abwässer, Überdüngung in der Landwirtschaft) kommt es zur Eutrophierung (Anstieg der Nährstoffzufuhr in Gewässern) und damit zu erhöhtem Algenwachstum." Forschungsprojekte zu diesem Thema haben gezeigt, dass vor allem der westliche Teil des Schwarzen Meeres, in das die Donau mündet, stark davon betroffen ist.

Anhand von fünf "Demonstration sites" (Demonstrationsflächen) im Donauseinzugsgebiet (Österreich, Ungarn, Bulgarien, Moldawien u. Ukraine) untersuchten die TU-ForscherInnen, wie der Nährstoffrückhalt in eigens dafür wieder angeschlossenen Auensystemen funktioniert. "Die Auenlandschaften haben sich unter dem bestehenden Nutzungsdruck für Siedlungsgebiete und Landwirtschaft stark verkleinert. Es wurde viel Fläche trocken gelegt. Je mehr Areal für die Auen zur Verfügung gestellt wird, desto mehr wird das durchfließende Wasser vom Nährstoffüberschuss gereinigt", so Zessner.

... mehr zu:
»Nährstoffrückhalt
In gezielten Monitoring-Programmen werden die Wassermengen, die in das Auensystem hineinfließen, berechnet. Wasserproben lassen Rückschlüsse auf die Nährstoffkonzentration zu. Unter Berücksichtigung der Aufenthaltszeit des durch die Au fließenden Wassers berechnen die Forscher den Nährstoffrückhalt. Die Wasserführung sowie der Einfluss des Grundwassers spielen dabei ebenso eine Rolle. Gerade bei Hochwasser ist der Nährstoffrückhalt am wirksamsten.

Am Projekt, das durch das UNDP-GEF Danube Regional Project gefördert wird, beteiligen sich 17 internationale und nationale Partner, wie beispielsweise auch die Limnologen der Universität Wien. Die Donauschutzkommission ist die zentrale Drehscheibe. Mit den Ergebnissen will man nicht zuletzt auch regionale PolitikerInnen für die Bedeutung der Auenlandschaften wieder sensibilisieren.

Rückfragehinweis:
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Matthias Zessner
Projektass. Dipl.-Geograf Jens-Oliver Gabriel
Technische Universität Wien
Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft
Karlsplatz 13/226, 1040 Wien
T +43/1/58801 - 22616, - 22613
F +43/1/58801 - 22699
E mzessner@iwag.tuwien.ac.at
E ogabriel@iwag.tuwien.ac.at
Aussender:
Mag. Daniela Ausserhuber
TU Wien - PR und Kommunikation
Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
T +43-1-58801-41027
F +43-1-58801-41093
E daniela.ausserhuber@tuwien.ac.at

Werner Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at/pr
http://www.tuwien.ac.at/index.php?id=3477

Weitere Berichte zu: Nährstoffrückhalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Dendromax: Züchtung und Vermehrung von Mehrklonsorten der Hybridlärche, Douglasie und Aspe
27.02.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher ahmen molekulares Gedränge nach

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen Bedingungen nun erstmals in künstlichen Vesikeln naturgetreu simulieren. Die Erkenntnisse helfen der Weiterentwicklung von Nanoreaktoren und künstlichen Organellen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Small».

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen...

Im Focus: Researchers Imitate Molecular Crowding in Cells

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to simulate these confined natural conditions in artificial vesicles for the first time. As reported in the academic journal Small, the results are offering better insight into the development of nanoreactors and artificial organelles.

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to...

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ – deutschlandweit größte Fachkonferenz 5.-8. März in Würzburg

01.03.2017 | Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ – deutschlandweit größte Fachkonferenz 5.-8. März in Würzburg

01.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CeBIT 2017: Automatisiertes Fahren: Sicheres Navigieren im Baustellenbereich

01.03.2017 | CeBIT 2017

Hybrid-Speicher mit Marktpotenzial: Batterie-Produktion goes Industrie 4.0

01.03.2017 | Energie und Elektrotechnik