Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bund-Länder-Klausur zu Tierseuchen im Friedrich-Loeffler-Institut

16.02.2007
Die Staatssekretäre der für die Lebensmittelsicherheit und die Tiergesundheit zuständigen Ministerien haben sich nach ihrer Beratung mit Wissenschaftlern im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) darauf geeinigt, dass weiterhin kein Fett von Wiederkäuern an Wiederkäuer verfüttert werden sollte.

Damit soll der potenzielle Übertragungsweg von BSE ("Rinderwahnsinn") unterbunden werden. Wenn durch geeignete Verfahren und Systeme in der Herstellung garantiert werden könnte, dass in Futtermitteln für Rinder und Schafe kein arteigenes Fett gelangt und insoweit eine Kreuzkontamination vermieden werden kann, könnte Futter mit artfremdem Fett durchaus wieder an Wiederkäuer verfüttert werden und das geltende nationale Verfütterungsverbot gelockert werden.

Experten des Bundes, der Länder und aus der Wissenschaft streben dazu Gespräche mit der Wirtschaft an. "Mit den geltenden Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung von BSE ist Deutschland auf einem guten Weg, die Tierseuche zu eliminieren", sagte Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Zur Geflügelpest berichteten die Wissenschaftler des FLI zum aktuellen Stand der Forschung und der derzeitigen Seuchensituation in Europa. "Die jüngsten Ausbrüche in Ungarn und England ändern nichts an der jetzigen Situation in Deutschland", so der Präsident des FLI, Professor Thomas Mettenleiter. Unter den Teilnehmern herrschte Einigkeit darüber, die geltende risikobasierte Aufstallungspflicht unverändert beizubehalten. Über deren Verlängerung bis Ende Oktober entscheidet heute der Bundesrat.

Bei der Blauzungenkrankheit in Rind- und Schafbeständen geht das FLI von einer wahrscheinlich weiteren Verbreitung im Bundesgebiet ab dem Frühjahr aus. Die Krankheit war im August 2006 in Deutschland erstmalig festgestellt worden. In Einklang mit den Ländern strebt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) möglichst geringe Handelsrestriktionen für die betroffenen Betriebe an. So finden Verhandlungen über eine Aufhebung der 20-km-Sperrgebiete mit der EU-Kommission statt; Ziel müsse es aber auch sein, aus der 20-km-Zone unter bestimmten Voraussetzungen auch in freie Gebiete sowie innergemeinschaftlich Handel treiben zu können. Derzeit dürfen Tiere innerhalb dieser Zone lediglich zur Schlachtung transportiert werden.

Lindemann forderte die Länder zur besonderen Sorgfalt bei der Impfung von Wildschweinen gegen klassische Schweinepest auf. Ausbrüche bei Wildschweinen stellen nach wie vor ein hohes Risiko für Nutzbestände dar. Diskutiert wurde der Einsatz molekulardiagnostischer Methoden (PCR) zum Virusnachweis und damit zum so genannten Freiprüfen von Nutzschweinen in Ausbruchsgebieten der Tierseuche bei Wildschweinen. Das Bundesministerium setzt sich hier für eine anerkannte Zulassung auf EU-Ebene ein.

Die Staatssekretäre von Bund und Ländern beschäftigten sich auch mit der aktuellen Situation von Zoonosen (von Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheiten) und den daraus abzuleitenden Bekämpfungsmaßnahmen. Die Bekämpfung von Salmonellen und Campylobacter stellt für die gesamte Lebensmittelkette eine große Herausforderung dar. Rechtliche Regelungen sind nach Auffassung der Staatssekretäre nur ein Teil im notwendigen Maßnahmenbündel. Die Wirtschaft selbst müsse durch verstärkte Hygieneanstrengungen ihren eigenen Beitrag leisten, Verbraucher vor gesundheitsbedrohenden Erregern zu schützen. Dies sei auch Vorraussetzung für die europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Kontakt:
Friedrich-Loeffler-Institut
Boddenblick 5a
17493 Greifswald
Tel.: 03851 - 7244
Fax: 03851 - 7226
E-Mail: elke.reinking@fli.bund.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de/FORSCHUNGSREPORTRESSORT/DDD/R9_2006-S_0007.pdf

Weitere Berichte zu: Ernährung Tierseuche Wildschweinen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie