Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaerwärmung macht Gift-Efeu noch giftiger

31.05.2006
Zukunft der gemäßigten Wälder fraglich

Wie sehr die globale Erwärmung sich tatsächlich auf die Flora auswirkt, bleibt ein Rätsel. Eines ist aber heute schon klar: Manche Pflanzen gedeihen durch die Auswärmung besonders gut. Eine davon ist der Giftsumach, ein giftiger Efeu, der in den USA und Kanada heimisch ist, aber als Zierstrauch auch in Mittelamerika, Asien, Afrika, Australien und Neuseeland vorkommt. Diese Pflanze sorgt heute schon dafür, dass jährlich mehr als 350.000 Menschen wegen Vergiftungserscheinungen behandelt werden müssen, berichten US-Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences.

Das Forscherteam um Jacqueline Mohan vom Ecosystems Center der Marine Biological Laboratories in Woods Hole/Massachusetts untersucht in einem Waldgebiet, das der Duke University in Chapel Hill gehört, die Auswirkungen von höheren Kohlendioxid-Konzentrationen auf den Pflanzenwuchs. Mit Hilfe von Pumpen wird der CO2-Wert auf 200ppm gebracht - mit einem solchen Anstieg rechnen die Forscher bis zum Jahr 2050. Das erschütternde Ergebnis war, dass der Giftsumach (Toxicodendron radicans) sich unter diesen Umständen rasend ausbreitete und vor allem wesentlich mehr von den giftigen Substanzen, die Urushiole genannt werden, produziert.

Der Giftsumach ist ein bis zu einen Meter hoher Kletterstrauch mit Haftwurzeln. Die Pflanze kommt auch in Mitteleuropa als Zierstrauch vor. Das Gift befindet sich in den Blättern und in den Zweigen. Allein der Hautkontakt ist für schwerwiegende Schäden ausreichend, berichtet die Giftinformationszentrale in Bonn. Nach einem Hautkontakt kommt es zu schwersten lokalen Reizungen mit Rötungen, Schmerzen, Juckreiz und Blasenbildung. Zudem kann es zu allgemeinen Krankheitszeichen wie Fieber und Unwohlsein kommen. Sowohl die US-Forscher als auch die deutschen Wissenschaftler bestätigen die große Gefahr der Allergisierung.

... mehr zu:
»Gift-Efeu »Klimaerwärmung »Pflanze

Doch ist die Ausbreitung des Giftsumach nur eine Veränderung durch die erhöhten CO2-Werte. Die Wissenschaftler fürchten, dass durch die hohen CO2-Gehalte das gesamte Ökosystem der Wälder verändert werde. "Efeu- und Weingewächse werden sich unter diesen Gegebenheit rasant ausbreiten", so Mohan. Das zeige sich bereits in tropischen Regionen. Die rasch wachsenden Pflanzen werden größeren Bäumen den Weg versperren. "Jungbäume könnten am Wachstum gehindert werden", befürchtet die Forscherin. Das sei insofern dramatisch da diese praktisch den Wald der Zukunft bilden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.meb.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Gift-Efeu Klimaerwärmung Pflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie