Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wald bleibt Sorgenkind für den Naturschutz

30.11.2000


... mehr zu:
»Naturhaushalt »Sorgenkind
Hohe Stickstoffeinträge schaden Wald und führen zu erheblichen Vegetationsveränderungen

Landwirtschaft muss Beitrag zum Stickstoffproblem leisten

Der Zustand der Wälder und der Waldböden in Deutschland bleibt besorgniserregend. Für den Naturschutz wird der Bodenzustand zunehmend problematisch, weil die aktuellen Schadstoffeinträge die kritischen Grenzwerte übersteigen. Die Versauerung, die Überdüngung und der schleichende Verlust der Bodenfruchtbarkeit, die durch aktuelle Schadstoffeinträge und Vorbelastungen aus den vergangenen Jahrzehnten verursacht werden, sind katastrophal für die Natur. Denn sie betreffen den gesamten Naturhaushalt der Wälder, also auch die Pflanzen, Tiere, Pilze, Böden und Gewässer und machen selbstverständlich auch nicht vor Schutzgebieten halt. Insbesondere die für den Naturschutz entscheidenden älteren Bäume sind dramatisch geschädigt.

"Die Wälder in Deutschland gehören zu den am höchsten mit Stickstoff belasteten Gebieten in Europa. Nach bisherigen Erfahrungen sind auf über 90 Prozent der Flächen langfristig stickstoffbedingte Veränderungen u.a. in der Bodenvegetation zu befürchten. Dies trägt zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. Die massive Zunahme von Pflanzen wie z.B. Brenn-Nessel, Brombeere und Landreitgras sind ernstzunehmende Anzeichen hierfür", sagte Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz. "Im Wald tickt weiterhin eine Zeitbombe, da die Wälder die Schadstoffbelastungen nicht mehr verkraften können und auch die Gefährdung des Grundwassers weiterhin zunimmt".

Neben einem verstärkten Aufbau naturnah zu bewirtschaftender Wälder hält Vogtmann eine Begrenzung der Massentierhaltung in der Landwirtschaft für wichtig. "Denn neben den Einträgen aus Verkehr und Industrie bleiben die zu rund 90% aus der Landwirtschaft stammenden Ammoniak-Emissionen Hauptquellen der nach wie vor nicht tolerablen Stoffeinträge in das Ökosystem Wald," so Vogtmann.

Er lobte in diesem Zusammenhang die Agrarumweltprogramme der Länder, durch die Landwirte einen finanziellen Ausgleich für freiwillige ökologische Leistungen erhalten. Damit wird der Naturhaushalt entlastet und erhebliche Mengen mineralischer Stickstoffdünger können eingespart werden. Vogtmann forderte aber eine deutlich verbesserte finanzielle Ausstattung solcher Programme, deren Maßnahmen insgesamt stärker auf Verbesserungen für den Naturhaushalt und die biologische Vielfalt ausgerichtet werden müssten.
Darüber hinaus forderte Vogtmann weitere politische Anstrengungen insbesondere im Verkehrsbereich um für das Naturschutz-Sorgenkind Wald eine dauerhafte Entlastung vom derzeitigen "Schadstoffcocktail" zu erreichen.

Franz August Emde | idw

Weitere Berichte zu: Naturhaushalt Sorgenkind

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops