Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energie-Mais bekommt Mitstreiter

18.05.2005


Umfangreiche Anbauversuche sollen Erkenntnisse zu neuen Energiepflanzen-Arten, Anbausystemen und Standorteignungen liefern



Es wird eines der größten Forschungsprojekte im Bereich nachwachsender Rohstoffe, die das Bundesverbraucherschutzministerium (BMVEL) je gefördert hat: In sechs typischen Anbauregionen Deutschlands werden ab diesem Frühjahr drei Jahre lang je acht verschiedene Energiepflanzen-Fruchtfolgen angebaut und unter vielfältigen Aspekten untersucht. Die Ergebnisse sollen die Biomasseproduktion zur Strom-, Kraftstoff- und Wärmeerzeugung hierzulande nachhaltig verändern. Betreut wird das Projekt von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die für das BMVEL das Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" betreut.



Schon jetzt werden nachwachsende Rohstoffe in Deutschland erfolgreich genutzt, im letzten Jahr wurden sie erstmals auf über einer Millionen Hektar angebaut. Am stärksten sind bislang Raps für die Biodiesel- und Mais für die Biogasproduktion vertreten.

Um künftig ein breiteres Pflanzenspektrum nutzen zu können, sollen in dem Projekt alternative Kulturarten auf ihre Eignung als Energiepflanze untersucht werden; auch neue Anbausysteme stehen auf dem Prüfstand. Sie können nicht nur zu einem wichtigen Pfeiler unserer zukünftigen Energieversorgung werden, sondern auch zur Bereicherung unserer Kulturlandschaft und zur Extensivierung der Landwirtschaft beitragen.

Insgesamt sind an dem Verbund-Projekt mit sechs Teilvorhaben zwölf Partner beteiligt, die Gesamtkoordination liegt bei der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL). Die TLL koordiniert auch das Teilvorhaben 1, das den Kern des Projektes darstellt und in dem die Anbauversuche in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen von den jeweiligen Landesforschungsanstalten durchgeführt werden. Die Standorte repräsentieren typische deutsche Anbauregionen mit charakteristischen Klima- und Bodenverhältnissen. Die in den neuen Bundesländern weit verbreitete "Roggen-Kartoffel-Region" mit vergleichsweise ertragsschwachen Sandböden ist mit zwei Standorten vertreten. Die jeweils geeigneteste der untersuchten Fruchtfolgen und Anbausysteme für die verschiedenen Standorte herauszufinden, ist ein Ziel des Projekts.
Die weiteren Teilvorhaben dienen einer umfangreichen ökonomischen und ökologischen Begleitforschung, sowie der Klärung der Frage, inwieweit einzelne Pflanzen für die Biogas-Erzeugung geeignet sind und welchen Einfluss Beregnung auf den Biogasertrag hat. Neben den verschiedenen Pflanzenarten werden auch neue Anbautechniken getestet; so widmet sich eine Versuchsreihe dem Mischfruchtanbau, bei dem zum Beispiel Sommergerste mit Lupinen oder Erbsen mit Leindotter zusammen auf einem Feld angebaut werden. Ein Teilvorhaben zur Erprobung des Zweikultur-Nutzungssystems, bei dem in einem Jahr zwei mal geerntet wird, ist in Planung.

Übergeordnetes Ziel ist - immer unter Berücksichtigung des Standortes sowie ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte - eine möglichst hohe Nettoenergieproduktion pro Flächeneinheit. Dabei ist letztlich nicht nur der Ertrag einer Fruchtart im jeweiligen Anbaujahr entscheidend, sondern die Ergebnisse des gesamten, über mehrere Jahre betrachteten Anbausystems.

"Wir sind sehr froh, dass dieses bedeutende Projekt mit so vielen Beteiligten und Fragestellungen innerhalb kürzester Zeit auf den Weg gebracht werden konnte," erklärt Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast. "Es war uns wichtig, in diesem Frühjahr mit dem Anbau zu beginnen, damit wir zur Aussaat 2006 erste Empfehlungen geben können."
Den Zeitdruck gibt die Praxis vor, denn nicht nur bei der Biogaserzeugung, sondern auch im Kraftstoff-Bereich schreitet die Entwicklung zügig voran. So haben inzwischen die ersten Bioethanol-Anlagen den Betrieb aufgenommen, in ihnen wird vor allem Energie-Getreide eingesetzt. Wenn in Zukunft die Produktion von BTL-Kraftstoffen, also synthetischen Kraftstoffen aus Biomasse, hinzu kommt, wird der Bedarf an Energiepflanzen noch weiter zunehmen.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr-server.de/cms35/Hintergrund-Informatio.1099.0.html
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Anbauregionen BMVEL Energiepflanze Rohstoff Teilvorhaben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Freie Elektronen in Sonnen-Protuberanzen untersucht

25.07.2017 | Physik Astronomie

Die turbulente Atmosphäre der Venus

25.07.2017 | Physik Astronomie