Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verfärbungen bei Buchenholz vermeiden

02.08.2001




Lagerungs- und Prozessstrategien verhindern Qualitätsminderung
Projekt der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft und des Ordinariats für Holzbiologie der Universität Hamburg

München.- Lagerungs- und prozessbedingte Verfärbungen stellen bei Buchenholz eine erhebliche Qualitätsminderung dar, die infolge der steigenden Nachfrage nach heller, gleichmäßig gefärbter Buche zu Reklamationen aus buchenholzverarbeitenden Branchen wie der Möbel- und Furnierindustrie führen. Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg (BFH) hat die unterschiedlichen Ursachen der lagerungs- und prozessbedingten Verfärbungen im Buchenholz untersucht. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms "Integrierter Umweltschutz im Bereich der Holzwirtschaft" gefördert.

Das maßgebende Qualitätskriterium für Buchenholz ist neben der Stammdimension und -form die Ausbildung eines möglichen Farbkerns, des sogenannten "Rotkerns". Neben der möglichen Rotkernbildung im lebenden Baum treten qualitätsmindernde Verfärbungen auch während der Lagerung sowie bei der Be- und Verarbeitung des Holzes auf. Die BFH hat in ihrem Forschungsvorhaben zunächst die Ursachen dieser lagerungs- und prozessbedingten Verfärbungen untersucht, um anschließend Strategien zu entwickeln, diese zu vermeiden und damit eine bessere Wertschöpfung des Buchenholzes zu erreichen.

Die ungleichmäßigen Verfärbungen im Buchenholz entstehen durch komplexe physiologische, biochemische und chemische Reaktionen, die zur Bildung und Einlagerung der farbgebenden Stoffe führen. Dazu gehören neben der Rotkernbildung im lebenden Baum auch der Einlauf beziehungsweise das Ersticken des Holzes nach dem Einschlag sowie der Befall mit Bakterien oder Pilzen, das sogenannte "Verstocken". Einlauf und Verstocken lassen sich durch die Begrenzung des Einschlags auf die Wintermonate, rasche Abfuhr und Aufarbeitung des Holzes sowie Wasserlagerung weitgehend vermeiden.

Prozessbedingte Verfärbungen bei der Trocknung des Buchenholzes beruhen auf Reaktionen der Inhaltsstoffe mit dem eindringenden Sauerstoff. Die intensive Farbänderung beim Dämpfen und Kochen entsteht wiederum durch eine chemische Reaktion des Lignins und Bestandteilen der Zellwand, den Hemicellulosen. Durch Untersuchungen können bereits im augenscheinlich unverfärbten Splintholz Inhaltsstoffe nachgewiesen werden, die durch prozessbedingte Wärmebehandlung in farbgebende Verbindungen übergehen.

Somit hängen die Verfärbungen im Buchenholz wesentlich von den arteigenen Reaktionen der Inhaltsstoffe ab. Eine genaue Trennung einzelner Verfärbungsursachen ist in vielen Fällen nicht möglich, da Verfärbungen auch durch kombinierte Reaktionen hervorgerufen und in den verschiedenen Verarbeitungsstadien weiter verstärkt werden können. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen leisten nicht nur einen Beitrag zur besseren Wertschöpfung des Buchenholzes, sondern können auch auf die Farbänderungen anderer Holzarten übertragen werden.

Auf der Grundlage der erhaltenen Befunde sollen nun konkrete vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden, die auf die arteigenen Verfärbungsreaktionen und den Zeitpunkt ihrer Entstehung abgestimmt sind. Dazu zählen die Optimierung der Lagerungsbedingungen und -zeiträume des frisch eingeschlagenen Buchenholzes und der verfahrenstechnischen Prozesse durch genaue Kenntnisse chemischer Reaktionsmechanismen sowie die Entwicklung von Oberflächenbehandlungsmitteln, die ungleichmäßige Farbänderungen verhindern können. Letztendlich verhindern diese Maßnahmen ökonomische Verluste der buchenholzbe- und -verarbeitenden Betriebe und leisten einen Beitrag zur besseren Wertschöpfung des Buchenholzes.

Im Rahmen des Förderprogramms "Integrierter Umweltschutz im Bereich der Holzwirtschaft" fördert das BMBF Forschungsarbeiten in den Bereichen Holzwerkstoffherstellung, Holzbau, Sägewerke, Holzvergütung und Klebetechnik. So sollen die umweltgerechten Anwendungsmöglichkeiten des nachwachsenden Rohstoffs Holz aufgezeigt und genutzt werden. Über dieses und weitere Projekte innerhalb des Förderprogramms informiert die Website www.holz-und-umwelt.de, die im Rahmen des projektbegleitenden Wissens- und Technologietransfers erstellt und gepflegt wird. Dort sind auch die Adressen und Ansprechpartner der jeweiligen Zuwendungsempfänger beziehungsweise Projektbearbeiter zur Kontaktaufnahme sowie umfangreiche Links zu Forschungsinstituten und Unternehmen abrufbar.

Doris Pischitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.holz-und-umwelt.de/

Weitere Berichte zu: Buchenholz Farbänderung Holzwirtschaft Verfärbung Wertschöpfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Sturmwarnung: 150 Jahre Schäden im Schweizer Wald
21.09.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Das Rätsel der Monodominanz - Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen
06.09.2016 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Wie Blockchain die Finanzwelt verändert

28.09.2016 | Wirtschaft Finanzen

Neue Plasmaanlage - Präzise und hoch entwickelte Chips

28.09.2016 | Physik Astronomie