Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Weg zu einer europäischen Wasserpolitik

21.12.2004


Die kürzlich verfasste Wasserrahmenrichtlinie strebt den Ausgleich der jahrelangen Unterschiede in der Wasserpolitik der Mitgliedsstaaten an. Forscher der Universität Cordoba haben versucht, sich die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Bewässerung vorzustellen.


Die Bewässerung hatte schon immer einen großen Einfluss auf die Landwirtschaft. Die Untersuchungen der Universität Cordoba haben gezeigt, dass auf bewässerten Feldern sechsmal höhere Erträge erwirtschaftet werden als auf nicht bewässerten Feldern. Obwohl nur 15% der gesamten landwirtschaftlichen Flächen bewässert werden, verschlingt die landwirtschaftliche Bewässerung in Spanien 4/5 des gesamten Wasserverbrauchs.

Der Wasserverbrauch ist ein komplexes Anliegen, das gesetzliche, wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte miteinander verbindet. Viele Interessengruppen sind beteiligt und kämpfen untereinander um die gleiche Ressource. Jede dieser Gruppen beeinflusst die Umwelt dabei auf eine andere Art und Weise.


Die Europäische Union wollte daher schon seit langem eine nachhaltige Wasserpolitik erreichen. Die Ende 2000 vom europäischen Parlament verabschiedete Wasserrahmenrichtlinie (WRR) hat die Veränderung der Einstellung der Europäer zu ihren Wasserressourcen zum Ziel. Die WRR möchte die Einwohner Europas verstärkt in die Problematik mit einbeziehen, um die Fehler vergangener politischer Maßnahmen zu korrigieren.

Neben dieser Richtlinie verändern auch andere europäische Bestimmungen die Haltung zum Wasserverbrauch. Angeregt durch die Agenda 2000 werden auch Veränderungen an der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU vorgenommen.

Ein weiterer Aspekt dieses Problems sind die Mitgliedsstaaten selbst, da jedes Land schon vor dem Beitritt zur Europäischen Union seine eigene Art und Weise im Umgang mit diesen Angelegenheiten hatte. Sogar die ersten allgemeinen wasserpolitischen Beschlüsse wurden in jedem Mitgliedsstaat etwas anders durchgesetzt. Die WRR möchte diese Situation richten und setzt dazu Mechanismen ein, die zu einem Ausgleich der Unterschiede führen.

Es bleibt jedoch offen, ob diese Richtlinie und andere politische Veränderungen erfolgreich sein werden. Die Universität Cordoba und ihre Partner des WADI-Projektes haben versucht, diese offene Frage zu beantworten. Auf Grundlage umfangreicher Analysen der jeweiligen Entwicklung der Regierungsstrukturen, Wasserpolitik und Bewässerung in den einzelnen Regionen wurden verschiedene Zukunftsszenarien erstellt.

Geographische Darstellungen halfen, die komplexe Dynamik dieses Problems und die optimale Verteilung der Wasserressourcen zu verdeutlichen. Auch die Konsequenzen der gemeinsamen Agrarpolitik, wie z.B. Subventionen, wurden in die Betrachtungen mit einbezogen.

Die Erkenntnisse der Universität Cordoba werden die Europäer beim Schutz ihrer begrenzten Wasserressourcen unterstützen ohne dass wichtige Industriezweige wie die Landwirtschaft Schaden nehmen.

Kontakt:

Dr. Julio Berbel
Universidad de Cordoba
Departamento de Economia Agraria
Menendez Pidal, s/n
14080 Cordoba, Spanien
Tel: +34-95-7218457
Fax: +34-95-7218563
Email: berbel@uco.es

Dr. Julio Berbel | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uco.es/dptos/economia-agraria/

Weitere Berichte zu: Bewässerung WRR Wasserpolitik Wasserressource Wasserverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017

18.10.2017 | Messenachrichten