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FAL-Forscher stellen neue Technikentwicklung für effizientere landwirtschaftliche Feldversuche vor

23.08.2004


LASSIE-Anlage auf dem Versuchsfeld des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der FAL in Braunschweig-Völkenrode (Foto: FAL-PB)


LASSIE-Aufnahme des Versuchsfeldes des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der FAL in Braunschweig-Völkenrode (Foto: FAL-PB)


Landwirtschaftliches Versuchswesen kommt ohne Feldversuche nicht aus, zu vielfältig sind die Wirkungskombinationen von Klima, Bodenzustand, Sorten, Fruchtfolgen, Ernährung und Gesundheit auf die Ertragsbildung von Kulturpflanzen. Feldversuche sind jedoch arbeitsaufwändig und damit kostenintensiv, was in den vergangenen 15 Jahren und nicht nur in Deutschland zu einem erheblichen Abbau an Versuchskapazität geführt hat.


Auf der 12. Konferenz der "Internationalen Vereinigung zur Mechanisierung von Feldversuchen" vom 5. - 9. Juli in St. Petersburg, Russland, standen dementsprechend Strategien und Techniken zur Kostensenkung im Versuchswesen im Vordergrund. Zwar geht die Mechanisierung schon bis zum Einsatz von Robotern bei der Einrichtung und Pflege der Experimente, dennoch bleibt der besonders personalintensive Teil der Beobachtung, Bonitierung und Beprobung, aber auch die Präsentation von Feldversuchen vor Praktikern.

Das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der FAL stellte auf der Tagung eine Modifikation des LASSIE (Low Altitude Stationary Surveillance Instrumental Equipment) Systems vor, mit dem erhebliche Kosten bei der Versuchsdurchführung eingespart werden können. Technisch besteht ein LASSIE aus einer in erhöhter Position (Mast, Gebäude, Silo etc.) installierten hochauflösenden Kamera (Bild 1), die mittels hochpräziser Stellmotoren genau definierte Positionen einnimmt und so räumlich genau reproduzierbare Ansichten des Versuches liefert.


Die 16 Schrägaufnahmen eines Kamera-Umlaufs werden mittels photogrammetrischer Techniken zu "Pseudo-Nadir" Bildern transformiert und diese mit Hilfe der "Bündelblock"-Technik zusammengefügt. Das Ergebnis entspricht einer rechtwinkligen Luft- oder Satellitenaufnahme der Versuchsanlage (Bild 2). Die beiden großen Vorteile von LASSIE gegenüber Flugzeugen oder Satelliten sind die ständige Verfügbarkeit von Aufnahmen in Echtzeit, die Unabhängigkeit von der Witterung (in der Region Braunschweig z. B. sind weniger als 10% aller Luft- oder Satellitenaufnahmen ohne Wolkenbedeckung möglich) und der kostengünstige vollautomatische Betrieb.

Neben einer Senkung der Betriebskosten von Feldversuchen durch Verringerung der Kosten für Anfahrt und Personal zu Kontrollen und Bonitierungen werden mit LASSIE aber auch exaktere Versuchsergebnisse erzielt, weil Zeitpunkte für Maßnahmen besser bestimmt und Bonitierungen auf größeren Anlagen oder an verschiedenen Standorten mit deutlich geringerem Zeitversatz durchgeführt werden können. LASSIE eröffnet Versuchsanstellern aber auch ganz neue Möglichkeiten, wie etwa die "virtueller" Feldtage, bei denen Interessenten ohne großen Aufwand Versuche an verschiedenen Standorten präsentiert werden können.

Gemeinsam mit dem USDA (United States Department of Agriculture) und einem Anlagenbauer aus Dänemark plant das Institut für Anfang 2005 die ersten LASSIE in den USA zu installieren.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug und Dr. Holger Lilienthal, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-mail: pb@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

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