Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spanische Studie zu Mais und Auskreuzung

15.03.2004


Schlussfolgerungen im Hinblick auf Feldgrößen und Abstände bei der Koexistenz von konventionellem und gv-Mais:
Die rot umrandete Fläche ist etwa ein Hektar groß und liegt nordöstlich - in Hauptwindrichtung - des Feldes mit gv-Mais. Für diese Feldgröße liegt der Genfluss im Mittel bei 0,83 Prozent. Das Feld wäre somit groß genug, um unterhalb des Schwellenwertes von 0,9 Prozent zu bleiben.
Bei der grün umrandeten Fläche mit nur etwa 0,25 Hektar, ebenfalls in nordöstlicher Richtung und direkt angrenzend an das gv-Feld, beträgt der mittlere Genfluss dagegen 1,77 Prozent und liegt damit deutlich über dem Schwellenwert. Der Mais müsste gekennzeichnet werden.
Hat dagegen ein Feld gleicher Größe und Lage einen Abstand von sechs Metern zum gv-Anbau - blau umrandete Fläche - liegt der Genfluss im Mittel wieder unterhalb des Schwellenwertes, nämlich bei 0,77 Prozent.


Bei großen Feldern unterhalb des Schwellenwertes


Eine spanische Studie zur Koexistenz von gentechnisch verändertem und herkömmlichem Mais hat die Auskreuzungsraten von Bt-Mais in benachbarte Felder untersucht. Das wesentliche Ergebnis: Für die Einhaltung des von der EU vorgegebenen Schwellenwertes von 0,9 Prozent - oberhalb dieser Grenze muss der Mais als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden - ist vor allem die Größe des angrenzenden konventionellen Feldes von Bedeutung.
Die Studie, die vom IRTA-Institut (Institut de recerca i tecnologia agroalimentàries) und der katalanischen Regierung durchgeführt wurde zeigt, dass bei Feldgrößen über einem Hektar in der Regel der Schwellenwert von 0,9 Prozent unterschritten wird. Hierbei wird die mittlere Auskreuzungsrate des gesamten Feldes zugrunde gelegt, d.h. viel Genfluss in unmittelbarer Nähe zur gv-Fläche wird ausgeglichen durch geringere Raten in größerer Entfernung. Bei kleineren Feldgrößen ist dementsprechend ein Abstand zum gv-Maisfeld erforderlich, um unterhalb des Schwellenwertes zu bleiben. Es wird empfohlen vier Reihen mit Nicht-gv-Mais als Puffer zu pflanzen.

Spanien ist das einzige EU-Land, das gentechnisch veränderten Mais kommerziell anbaut. Seit 1998 wächst auf einer Fläche von etwa 25000 Hektar insektenresistenter Mais, der vorwiegend als Futtermittel verwendet wird. Katalonien im Nordosten Spaniens, wo auch der Feldversuch durchgeführt wurde, liegt dabei ganz vorn. Bis zu 13 Prozent des katalanischen Maisanbaus ist gv-Mais.

Der Versuch
Der Feldversuch wurde Im Juli 2003 in Lleida auf einer Gesamtfläche von 7,5 Hektar, das entspricht der achtfachen Fläche eines Fussballfeldes, durchgeführt. Mittendrin wurde auf einer Parzelle von 50 mal 50 Metern Bt-Mais angebaut und auf dem gesamten Rest der Fläche herkömmlicher Mais der Isogene Sorte. Beide Sorten sind identisch bis auf die gentechnische Veränderung. Sie haben den gleichen Entwicklungsverlauf und blühen zur gleichen Zeit. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit es überhaupt zu Auskreuzungen kommen kann.

Nach dem Befruchtungszeitraum wurden an allen vier Seiten des Bt-Maisfeldes in Abständen von ein, zwei, fünf und zehn Metern etwa 200 Proben genommen und auf das Vorhandensein des Bt-Gens hin untersucht. Auch auf der übrigen Fläche wurden Proben genommen. Wichtigste Ergebnisse im Hinblick auf den einzuhaltenden Schwellenwert von 0,9 Prozent:

  • in der vorherrschenden nordöstlichen Windrichtung liegt der nachgewiesene Anteil des Bt-Gens bei zehn Metern Entfernung zum gv-Mais unter 0,9 Prozent
  • in der entgegengesetzten Richtung liegt der Anteil schon bei zwei Metern Entfernung zum gv-Mais unter 0,9 Prozent
  • auf das gesamte Feld bezogen betrug der Genfluss weniger als 0,2 Prozent. Windrichtung und -geschwindigkeit spielen bei größeren Entfernungen keine Rolle mehr.

Das IRTA-Institut plant weitere Feldversuche, um die Ergebnisse abzusichern, aber auch um weitere Einflussgrößen mit einzubeziehen, wie etwa unterschiedliche Blühzeitpunkte, sortenspezifische Besonderheiten, überdauernde Samen etc.

| BioSicherheit.de
Weitere Informationen:
http://www.biosicherheit.de

Weitere Berichte zu: Auskreuzung Entfernung Feldversuch Mais Schwellenwert

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Bessere Ernte für Kleinbauern dank klonaler Vermehrung von Nutzpflanzen
29.01.2016 | Universität Zürich

nachricht Alternative Eiweißquellen in die Fütterung von Nutztieren integrieren
21.01.2016 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supraleitung: Fußbälle ohne Widerstand

Hinweise auf einen lichtinduzierten verlustfreien Stromtransport in Alkali-Fulleriden helfen bei der Suche nach supraleitenden Materialien für die Praxis.

Supraleiter bleiben einstweilen in Nischenanwendungen verbannt. Da selbst die besten dieser Materialien erst bei minus 70 Grad Celsius ihren elektrischen...

Im Focus: New study: How stable is the West Antarctic Ice Sheet?

Exceeding critical temperature limits in the Southern Ocean may cause the collapse of ice sheets and a sharp rise in sea levels

A future warming of the Southern Ocean caused by rising greenhouse gas concentrations in the atmosphere may severely disrupt the stability of the West...

Im Focus: Superconductivity: footballs with no resistance

Indications of light-induced lossless electricity transmission in fullerenes contribute to the search for superconducting materials for practical applications.

Superconductors have long been confined to niche applications, due to the fact that the highest temperature at which even the best of these materials becomes...

Im Focus: "Footware Innovation" – Digitale Techniken für individuelles Schuhwerk

Sieben mittelständische Unternehmen des Orthopädiefachhandwerks, die Universität Bayreuth und die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth haben sich zum neuen Netzwerk „Footware Innovation Network (FIN)“ zusammengeschlossen. Das Netzwerk soll dem Orthopädiefachhandwerk den Nutzen digitaler Technologien vom 3D-Scan bis zum 3D-Druck erschließen, um kundenorientiert und dabei kostengünstig höchst individuelle Produkte herstellen zu können.

Praktikable Produktlösungen für das Orthopädiefachhandwerk

Im Focus: Wbp2 is a novel deafness gene

Researchers at King’s College London and the Wellcome Trust Sanger Institute in the United Kingdom have for the first time demonstrated a direct link between the Wbp2 gene and progressive hearing loss. The scientists report that the loss of Wbp2 expression leads to progressive high-frequency hearing loss in mouse as well as in two clinical cases of children with deafness with no other obvious features. The results are published in EMBO Molecular Medicine.

The scientists have shown that hearing impairment is linked to hormonal signalling rather than to hair cell degeneration. Wbp2 is known as a transcriptional...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

FZI Open House: IKT-Forschung für die Praxis hautnah erleben

09.02.2016 | Veranstaltungen

KIT 2016: Infektiologen und Tropenmediziner tagen in Würzburg

08.02.2016 | Veranstaltungen

11. European Bioplastics Konferenz 2016

08.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Supraleitung: Fußbälle ohne Widerstand

09.02.2016 | Physik Astronomie

Beinahe Unmögliches aus dem 3D-Drucker

09.02.2016 | Informationstechnologie

Das große Strömen zum Licht

09.02.2016 | Biowissenschaften Chemie