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Chinesische Medizin jetzt auch für Pflanzen und Tiere?

17.10.2003


China ist auch in der Wissenschaft für Überraschungen gut: Kaum bemerkt hat sich dort in den vergangenen 30 Jahren ein beachtliches Forschungsfeld um den Einsatz "seltener Erden" als Hilfsmittel in der Landwirtschaft entwickelt.



Seltene Erden sind Mineralien, die die nur wenig bekannten Elemente Scandium, Yttrium, Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium enthalten. Sie sind wichtige Zutaten bei der Herstellung von Metalllegierungen, Spezialgläsern und Supraleitern. Der Verbrauch an seltenen Erden hat weltweit mit der enormen Ausbreitung von Computern zugenommen, wo sie u.a. in Leuchtstoffen von Farbbildschirmen vorkommen. In China liegen mehr als 80% der weltweit bekannten Vorräte an seltenen Erden.



Seit etwa 30 Jahren betreiben chinesische Wissenschaftler systematische Forschung zum Einsatz seltener Erden in der Landwirtschaft und berichten von Mehrerträgen in der Größenordnung von 10% bei Nutzpflanzen sowie schnellerem Wachstum und besserer Futterverwertung bei Nutztieren.

In Zusammenarbeit mit Forschern/innen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben Wissenschaftler/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde und des Institutes für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) die sehr umfangreichen chinesischen Originalarbeiten gesichtet, bewertet und in englischsprachigen Übersichtsbeiträgen veröffentlicht. In Fütterungsversuchen mit Broilern konnten sie Gewichtszunahmen von bis zu 7% und eine Verbesserung der Futterausnutzung von bis zu 3% feststellen. Bei Schweinen wurden die Befunde aus China in den FAL-Versuchen bisher nicht bestätigt. Die Wirkungsmechanismen und möglichen Nebenwirkungen der Verfütterung seltener Erden werden derzeit noch geprüft.

Ein ebenfalls neues Forschungsfeld ist die Ökologie seltener Erden. Hierzu werden von der FAL derzeit in Norddeutschland, Argentinien, Brasilien und China umfangreiche Feldstudien zu natürlichen Hintergrundkonzentrationen, Löslichkeiten und biologischem Transfer von Elementen aus der Reihe seltener Erden durchgeführt.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Tel: 0531 - 596-2104
E-Mail: ewald.schnug@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

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