Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Acrylamid in Kartoffelchips - Hersteller melden erste Erfolge in der Minimierung

03.12.2002


Sieben Monate, nach dem schwedische Wissenschaftler die Entstehung von Acrylamid bei der Zubereitung und Herstellung von Lebensmitteln entdeckten, verkündeten die Hersteller von Kartoffelchips erste Erfolge in der Reduzierung der Acrylamidgehalte ihrer Produkte. Durch Optimierung der Herstellungsprozesse wurden die Acrylamidwerte um durchschnittlich 15 Prozent gesenkt.


Wesentlichen Einfluss auf den Acrylamidgehalt der Kartoffelchips hat neben der Erhitzungstemperatur ein natürlicher Rohstoff - die Kartoffel. Die potentielle Acrylamidentstehung wird zum Beispiel beeinflusst durch die verwendete Kartoffelsorte, die Lagerbedingungen und den Reifegrad der Kartoffel.

Die aktuell gemessenen Werte liegen im Durchschnitt bei 600 Mikrogramm / Kilogramm Kartoffelchips- erheblich unter dem Signalwert von 1.514 Mikrogramm. Verzehrt werden im Durchschnitt 2,8 Gramm Kartoffelchips pro Tag.


"Wir haben das Problem von Beginn an sehr ernst genommen und intensiv an der Erforschung der Acrylamidentstehung gearbeitet. Im Dialog mit Behörden, Politik und Wissenschaft konnten wir gemeinsam die Erkenntnisse erarbeiten, die zur Senkung des Acrylamids notwendig sind." so Dr. Werner Wolf, Vorsitzender der Fachsparte Knabberartikel des Bundesverbandes der Deutschen Süsswarenindustrie. "Wir unterstützen das derzeitige Minimierungskonzept auf breiter Front. Die von uns erreichte Senkung des Acrylamidgehaltes ist ein wichtiger Schritt. Wir werden aber auch weiterhin alles tun, um die Werte zu senken."

Die Reduzierung der Werte wurde durch Veränderung der Produktionsprozesse erreicht: beispielsweise durch ein optimiertes Temperatur-/Zeitprofil und die Erhöhung der Restfeuchte.

In nur wenigen Monaten konnte die Entstehung des bis dahin lediglich aus der Verpackungsindustrie bekannten Stoffes erforscht werden. So geht man heute davon aus, dass bei stärkehaltigen Lebensmitteln während des Erhitzens über 120 Grad die enthaltenen reduzierenden Zucker mit Asparagin, einem Eiweissbaustein, zu Acrylamid reagieren. Dies gilt gleichermassen für die häusliche Zubereitung (von beispielsweise Bratkartoffeln) und die industrielle Herstellung. Obwohl der Prozess schon stattfindet seit Menschen ihre Nahrung erhitzen, wurde diese Tatsache erst im Frühjahr diesen Jahres entdeckt.

Ungeklärt ist bis heute das gesundheitliche Risiko, dass möglicherweise von Acrylamid ausgeht. Die Lebensmittelwirtschaft hat umfangreiche Forschungen gefördert und in Auftrag gegeben, um die Bioverfügbarkeit und Toxikologie der Substanz zu ergründen. International besteht einhellig die Meinung, das der derzeitige Kenntnisstand für eine realistische Risikobewertung nicht ausreicht. Das für Lebensmittel zuständige wissenschaftliche Gremium der EU warnt aufgrund der vielen ungeklärten Fragen dringend davor, auf Basis des jetzigen Wissens mathematische Berechnungen zur Einschätzung des Risikos anzustellen.

Laut aktuellen Studien liegt die durchschnittlich aufgenommene Acrylamidmenge eines deutschen Bundesbürgers bei 0,3 bis 1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Der Großteil dieser Menge entstammt Grundnahrungsmitteln - weniger als fünf Prozent resultieren aus dem Verzehr von Knabberartikeln.

weitere Informationen:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V.
Fachsparte Knabberartikel
RA Klaus Reingen / RA Klaus Dörflinger
Postfach 19 01 28 D - 53037 Bonn
Tel.: 0228-26007-0, Fax: 0228-26007-89

Klaus Reingen | Bundesverb.d.Dtsch.Süßwarenind.

Weitere Berichte zu: Acrylamid Acrylamidgehalt Kartoffel Kartoffelchips Mikrogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Bürgerforschungsprojekt SAIN: Urban Farming gemeinsam voranbringen
18.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik
17.01.2018 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie