Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Humusersatzstoff lässt Wüste grünen

10.09.2002


"Grüne" Erfolge des deutschen Langzeit-Düngemittels in Griechenland und Abu Dhabi

Das Institut für Pflanzen- und Holzchemie der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der Technischen Universität Dresden hat in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V., Finsterwalde (FIB) einen Humusersatzstoff entwickelt. "Novihum" kann laut Wissenschaftlern der TU Dresden für praktisch alle Rekultivierungs- und Begrünungsmaßnahmen eingesetzt werden. Der Langzeitdünger wurde neben Deutschland auch in Griechenland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten getestet. Im Emirat Abu Dhabi erfolgte trotz Bodentemperaturen von ca. 60 Grad Celsius und sehr salzigem Boden die Begrünung eines Wüstenstandortes mit Hibiskus, Hanfpalmen und Bermudagras.

Die Herstellung von Novihum (patentierte Kurzformel für novel artificial humus and long term fertilizer) erfolgt in einer Art beschleunigter natürlicher Humifizierung aus Weich-Braunkohle und Abfallprodukten der Zellstoffgewinnung. Ähnlich wie natürliche Humusfraktionen enthält Novihum rund fünf Prozent Stickstoff. Da der Stickstoff in unterschiedlichen leicht hydrolysierbaren Bindungsformen vorliegt, wird er zeitlich gestaffelt pflanzenverfügbar, so dass eine Düngewirkung über mehrere Wachstumsperioden erzielt werden kann. Hohe Stickstoffverluste durch Auswaschung, wie dies häufig bei Rekultiverungs- und Begrünungsmaßnahmen der Fall ist, können vermieden werden.

Durch eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Kooperationspartner NSG Sanierungsgesellschaft ist nun eine Pilotanlage in Betrieb gegangen. Die Anlage spuckt täglich rund 80 Kilogramm Novihum aus. "Der Bau einer Großanlage wird aufgrund der schlechten Wirtschaftsbedingungen vermutlich noch Monate dauern", erklärte Jürgen Frenzel von der NSG Sanierungsgesellschaft gegenüber pte. Daher ist der Einsatz in der freien Wirtschaft noch nicht möglich. Das Interesse ist aber groß. "Aus diesem Grund sollen verschiedene Varianten auf das Basis-Produkt folgen", so Frenzel.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://www.fib-ev.de/
http://www.nsg-saalhausen.de/

Weitere Berichte zu: Emirat Humusersatzstoff NSG Novihum Sanierungsgesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie