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Naturschutz wirksam durch Ökolandbau fördern

30.05.2008
Lösungen zur Minderung von Konflikten zwischen Naturschutz und Landwirtschaft präsentiert das ZALF auf der "Plaza der Vielfalt" in Bonn vom 27. bis 30. Mai 2008.

Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. erarbeiten in Forschungsprojekten Grundlagen sowie Lösungen zu besonderen Fragestellungen der Landnutzung: Wie lassen sich Naturschutzziele in die landwirtschaftliche Produktion im Ökolandbau integrieren? Mit welchen Maßnahmen kann der Landwirt - ohne große Mehraufwendungen - zum Erhalt der Artenvielfalt auf seinen Flächen beitragen? Wie unterscheiden sich die Bewirtschaftungsweisen hinsichtlich ihrer Wirkungen auf den Naturschutz?

Landwirte sind gerne bereit, Naturschutzmaßnahmen auf ihrem Betrieb zu verwirklichen, brauchen aber konkrete Antworten auf grundlegende Fragen wie: wo entstehen Konflikte zwischen meiner Arbeit als Landwirt und den Zielen des Naturschutzes? Auf welchen Flächen lohnt es sich gezielt darauf einzugehen? Welche Maßnahmen helfen in meinem Betrieb den Arten am meisten? Werden zum Beispiel Junghasen beim Wachsen gestört, während Kleegras als Futter für Kühe gemäht wird? Wo, und wann genau brüten Feldvögel? Antworten auf derart genaue Fragen, geben ein Handbuch für eine praktische und wirksame Verfolgung von Naturschutzzielen in der Landwirtschaft von Dr. Karin Stein-Bachinger und Sarah Fuchs, ProjektleiterInnen am Institut für Landnutzungssysteme des ZALF.

Schwerpunkt des Buches sind kurz gefasste, einheitlich gestaltete und leicht verständliche Handlungsanleitungen in Form von 'Steckbriefen'. Mit diesen erhält der Landwirt in knapper und schnell erfassbarer Form die wichtigsten Hinweise zum Schutz von Tieren und Pflanzen im Ackerbau, auch für seine spezielle Situation.

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Das Handbuch geht innovative Wege, in dem es für die Erarbeitung seiner Inhalte durchgehend kompetente Vertreter aus landwirtschaftlicher wie naturschutzfachlicher Praxis einbindet. Ein erster Leser aus dem Naturschutz äußerte: "Dieses Handbuch wird für den Naturschutz in der Landwirtschaft mehr bringen als manches Förderprogramm aus Steuermitteln, das ja doch nur befristet läuft und nur wenige erreicht!".

Das Buch ist Ergebnis intensiver Forschung der AutorInnen und einer großen Schar ihrer KollegInnen, die alle intensiv mit der Praxis des Ökolandbaus wissenschaftlich zusammen gearbeitet haben. Ein besonderer Schwerpunkt ergibt sich aus den Erkenntnissen und Konzepten des Projektes "Naturschutzhof Brodowin".

Einen ersten Blick können die Besucher des Standes 91, auf der Fläche 64 auf der "Plaza der Vielfalt" in das Manuskript des Handbuches werfen. Mitarbeiter des ZALF aus dem brandenburgischen Müncheberg stellen dort diese neuen Konzepte zur Förderung von Naturschutzzielen mit dem Ökolandbau vor. Mit dem einzigartigen Handbuch für Praktiker aus Landwirtschaft und Verwaltung wird der Praxis und der Verwaltung ein innovatives Werkzeug zur Entscheidungsunterstützung im Herbst 2008 zur Verfügung gestellt.

In zunehmendem Maße zeigen die Arbeiten der internationalen Forschung, dass im Ökologischen Landbau ein hohes Potenzial liegt, Naturschutzziele wirksam zu integrieren. Bislang mangelte es an einer, auf die Praxis zugeschnittenen, griffigen Handreichung, einer flexiblen Anleitung, um dieses Potential im Alltag der Betriebe auch ausschöpfen zu können.

Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert.

Der "Plaza der Vielfalt" fand im Rahmen der 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Bonn statt. Parallel zu diesem Treffen des internationalen Naturschutzes lud die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) eine große Zahl von Einrichtungen aus allen Bereichen der Wirtschaft, Bildung und Forschung aus dem In- und Ausland ein, ihre innovativen Projekte aus den Bereichen der biologischen Vielfalt und des Naturschutzes zu präsentieren. So auch das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. aus dem brandenburgischen Müncheberg.

Über das ZALF
Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. betreibt seit 1992 eine interdisziplinäre und integrative Erforschung von Ökosystemen in Agrarlandschaften und entwickelt ökologisch und ökonomisch vertretbare Landnutzungssysteme, die auf die zukünftige Entwicklung der ländlichen Räume ausgerichtet ist. Es ist seit 1997 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Heike Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.zalf.de

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