Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Quantensprung im Verbraucherschutz

25.01.2008
Renommiertes Forschungsprojekt zeigt, dass der Einsatz von Hochtechnologien in der Landwirtschaft den Verbraucherschutz stärkt

"Mit Hilfe von Precision Farming lassen sich heute die landwirtschaftlichen Produktionsabläufe nicht nur exakter durchführen, sondern automatisch und jederzeit besser dokumentieren", begeistert sich Dr. Armin Werner, Leiter des Forschungsprojektes pre agro, am Rande der Grünen Woche in Berlin.

Er ist vom Nutzen einer informationsgeleiteten Präzisionslandwirtschaft im Sinne eines effizienten Verbraucherschutzes überzeugt. Precision Farming-Technologien - so belegen die Arbeitsergebnisse von pre agro - schaffen ein echtes Qualitätssicherungssystem für die Erzeugung von Rohstoffen für Lebensmittel. Der Einsatz von Precision Farming wirke wie Fahrtenschreiber, Wartungsbuch und TÜV für landwirtschaftliche Produkte. Dr. Werner: "Die Techniken führen nachweislich zur besseren Produkt- und Prozessqualität entlang der Wertschöpfungskette pflanzliche Lebensmittel."

"Die Verbraucher interessiert doch heute schon, woher die Kartoffeln denn eigentlich kommen, die sie kaufen. Und auch wie sie erzeugt wurden," weist Gerd Scholl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) auf die wachsenden Verbraucherinteressen hin. Mit Precision Farming-Technologien würden Lebensmittelsicherheit und Transparenz im Produktionsprozess deutlich verbessert. "Unsere Untersuchungen im Rahmen von pre agro konnten zeigen, dass Lebensmittelsicherheit und Transparenz des Anbaus für die verschiedenen Verbrauchergruppen immer wichtiger werden," so Gerd Scholl weiter. Hierzu gehören nach Auskunft des Wissenschaftlers Fragen der Qualität und der Rückstandsfreiheit, effiziente Kontrollen sowie Angaben zur Zusammensetzung und Herkunft von Lebensmitteln.

Werner und Scholl arbeiten seit Jahren mit fast 50 Partnern aus Wissenschaft, Industrie, Praxis und Beratung im Forschungsverbund pre agro, dem weltweit größten Wissenschaftsprojekt zum Einsatz von Hochtechnologien in der Landwirtschaft. Gegenstand der Forschungsarbeiten war und ist die Entwicklung und Verbreitung von Precision Farming-Technologien. Die Forschungsarbeiten belegen, dass die Automatisierung der Abläufe besonders wichtig ist, damit die für Verbraucher und Landwirte wichtige Dokumentation nicht durch die ohnehin hohe Arbeitsbelastung der Landwirte auf der Strecke bleibt. Dr. Werner: "Die Produktionsschritte können mit den neuen Techniken sehr einfach, manipulationssicher und nachvollziehbar erfasst und sinnvoll gespeichert werden."

Precision Farming heißt so viel wie präziser Ackerbau. Präzise steht für Effizienz durch Genauigkeit. Hintergrund sind die häufig recht unterschiedlichen Bedingungen auf den Feldern. Pflanzen und Böden benötigen Nährstoffe in unterschiedlicher Qualität und Menge. Die Techniken des Precision Farming - unter anderem Sensoren und Satelliten aus dem All, die große und kleine Landmaschinen steuern - richten sich quadratmetergenau nach den wechselnden Bedingungen.

Die Abschlusstagung des Projektes, die sich auch den wichtigen Fragen des Verbraucherschutzes widmen wird, findet vom 20.-22. Februar 2008 in der Berliner Kalkscheune (http://www.kalkscheune.de) statt. Weitere Informationen zur Tagung und zum Thema "Precision Farming" finden Sie im Internet unter http://www.preagro.de.

Das Forschungsverbundprojekt preagro wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn, gefördert.

Kontakt

Kirstin Wulf
preagro-Pressestelle
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
030-884 594-16
0176-26365512
kommunikation@ioew.de
Dr. Frank Dreger, Dr. Jürgen Schwarz
preagro-Projektkoordination
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.
Eberswalder Straße 84, 15374 Müncheberg
Tel: 033432-82257, -423
dreger@zalf.de
jschwarz@zalf.de
Gerd Scholl
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
030-884 594 20
gerd.scholl@ioew.de
http://www.ioew.de

Kirstin Wulf | idw
Weitere Informationen:
http://www.preagro.de

Weitere Berichte zu: Farming-Technologie IÖW Landwirt Verbraucherschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie