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Fahrt in Vergangenheit und Gegenwart des Reviers mit Google-Earth

09.03.2007
Virtuell Reisen ist in. Wer vom Fernweh gepackt wird aber weder Zeit noch Geld zum Wegfahren hat, der kann am Computer mit "Google Earth", oder "NASA World Wind" auf Entdeckungstour gehen.

Für das Ruhrgebiet möchte die Fachhochschule Bochum zusammen mit ihren Kooperationspartnern diese Reisen noch um eine Dimension erweitern: Zukünftig soll es möglich sein, mit Google Earth durch die Zeit zu reisen, Geschichte anschaulich und dreidimensional erfahrbar zu machen. Das Projekt "Zeitreise - Ruhr" stellt die Bochumer Hochschule jetzt auf der Messe CeBIT vom 15. - 21.03.07 vor.

Virtuelle Realität ist heute ein beliebtes Mittel, Geschichte zu vermitteln: Lebensnahe Modelle helfen, die Vergangenheit erlebbar zu machen. Die Fachhochschule Bochum nutzt die Möglichkeiten, die sich durch die neue Google-Earth-Version ergeben und setzt für die Zeitreise - Ruhr bei dreidimensionalen Objekten fotorealistische Teilbilder ("Texturen") und den Zeitschieberegler ein.

Damit erschließt sich für Essen und das Ruhrgebiet während der Zeit der Kulturhauptstadt 2010 eine besonders interessante Form der Orientierung: Veranstaltungsorte, kulturell interessante Gegebenheiten und Museen können sich auf diese Weise bereits virtuell erfahrbar machen. Noch ist das Ruhrgebiet in der Darstellung allerdings weitgehend zweidimensional. Das ändert jedoch sich gerade: Enthusiasten wie der Bochumer Ingenieur Kai Erleman haben bereits das Bergbaumuseum oder das Bochumer Schauspielhaus modelliert, es gibt den RWE-Tower oder die Zeche Zollverein in Essen zu sehen. Diese Möglichkeit der Präsentation, so wünschen es sich die Macher in Bochum, soll von interessierten Bürgern und von Wissenschaftlern weiter mit Informationen (Texten, Fotos, 3D-Modellen) "gefüttert" werden.

Die Ambitionen der an der Zeitreise - Ruhr beteiligten Forscher aus Bochum, Wesel und Dessau haben sich aber noch mehr vorgenommen. Hier soll nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit dreidimensional modelliert werden. Nicht nur historisch bedeutsame Bauten wie das Schloß Borbeck, das als Zeitzeuge erhalten ist, sondern beispielsweise die erste Krupp-Fabrik als 3D Modell bis hin zu ersten Siedlungen der sog. Bandkeramiker vor 6000 Jahren.

aneben dient Zeitreise - Ruhr als Datenbank für gesammeltes Geschichtswissen des Ruhrgebietes, an dem sich jeder Bürger und jeder Wissenschaftler mit Texten, Fotos und anderen medialen Daten beteiligen kann. Nach dem Wikipedia-Prinzip soll auf diese Weise ein ständig wachsender Fundus geschaffen werden.

Das so entstehende Gesamtbild soll außerdem in einem High-Tech-Modell zur Präsentation in Museen bzw. während der Kulturhauptstadt-Saison umgesetzt werden, das unabhängig von Google Earth ist.

Für die "Zeitreise - Ruhr", die auch auf der gleichnamigen Internetsite detailliert vorgesetellt wird, arbeitet die Bochumer Hochschule mit zwei Partnern zusammen: Auf der CeBIT vorgestellt wird es von der Hochschule Anhalt (Prof. Dr. Claus Dießenbacher). Außerdem engagiert sich mit Dr. Frank Diessenbacher (Fa. Dießenbacher-Tewissen) ein Kenner und erfahrener Macher virtuellen Informationsmedien in dem Projekt.

Die "Zeitreise-Ruhr" wird auf der CeBIT 2007 in Halle 9 (Stand D 04) bei der Hochschule Anhalt/Dessau vorgestellt.

Detlef Bremkens | idw
Weitere Informationen:
http://www.zeitreise-ruhr.de

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