Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Elementanalyse von historischen Dokumenten

12.09.2006
Historische Dokumente mit Galltinte sind durch Korrosion und dauerhaften Verlust gefährdet. Glücklicherweise wurde ein Verfahren der Ionenstrahlanalyse entwickelt, das spezielle Metalle in der Tinte offen legt. Solche Informationen sind wichtig, wenn es um Entscheidungen zur Behandlung und Konservierung dieser Dokumente geht.

Ein großer Teil des reichhaltigen kulturellen Erbes, von Sinfonien über Kunstwerke bis hin zu historisch wichtigen Dokumenten, wurde mit eisenhaltiger Galltinte niedergeschrieben. Diese eisenhaltige Galltinte war zwar leicht herzustellen und schwer zu entfernen, aber mit der Zeit zerstört sie das Papier, auf das sie aufgetragen wurde, durch eine Serie komplexer chemischer Reaktionen.

Um dieses wichtige Vermächtnis zu sichern, wurden durch das Fünfte Rahmenprogramm acht Organisationen (Museen, Universitäten, Forschungsinstitute usw.) gefördert, um neue Analyse- und Konservierungsverfahren zu entdecken. Physiker am Institut Jozef Stefan (IJS) in Slowenien nutzten zerstörungsfreie Verfahren, um die Elementzusammensetzung der Tinten zu bestimmen.

Das IJS wendete seinen TANDETRON-Beschleuniger an, um energiereiche Ionenstrahlen in einem Verfahren zu erzeugen, das als Protoneninduzierte Röntgenemission (PIXE) bezeichnet wird. Durch das Abtasten der Dokumentoberfläche durch den Strahl können die verschiedenen mit den Tinten verwendeten Metalle quantifiziert werden.

Da die alten Rezepte zur Herstellung von Galltinte variierten, muss jedes Dokument einzeln untersucht werden, um eine passende Behandlung zu bestimmen. Mit dem am IJS entwickelten PIXE-Verfahren kann der wichtigen Maßgabe entsprochen werden, dass die Probe unzerstört bleiben muss; zudem verläuft das Verfahren genau und schnell.

Im Zuge des InkCor-Projekts analysierte das IJS mit PIXE eine große Zahl von Dokumenten. In einer Datenbank, die den Teil eines während des Projekts entwickelten Entscheidungsfindungsprozesses bildet, wurden mehr als 800 Datenpunkte gesammelt. Das IJS strebt Partnerschaften zur Nutzung des PIXE-Verfahrens und der Datenbank an.

Dr. Milos Budnar | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ijs.si/

Weitere Berichte zu: Elementanalyse Galltinte IJS PIXE-Verfahren Tinte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Bionik im Leichtbau
17.08.2018 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Phänomenologisches Berechnungskonzept verkürzt das Auslegen von Spritzgussformteilen
13.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics