Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Projekt remOcean: Ein Unterwasserroboter zur Beobachtung der Meere

09.09.2010
Ziel des remOcean-Projekts (remotely-sensed biogeochemical Zyklen in the ocean) ist die Beobachtung biogeochemischer Zyklen in fünf wichtigen ozeanischen Bereichen: Im Nordatlantik, der Schätzungen zufolge mehr als 20 % des durch Ozeane gespeicherten CO2 aufnimmt, und in den vier großen subtropischen zentralen Zonen des Pazifischen und des Atlantischen Ozeans, die bislang noch sehr unzureichend erforscht wurden.

Zur Untersuchung der Merkmale dieser unterschiedlichen Gebiete werden Hervé Claustre, Forscher am Labor für Ozeanographie in Villefranche-sur-Mer (CNRS/UPMC), und sein Team eine supermoderne Technologie nutzen: die Tiefendrifter. Sie wollen die Leistung dieser Geräte verbessern, um sie fernsteuern zu können und verschiedene Messungen zu ermöglichen. Dies wird einerseits durch den Einsatz eines neuen Kommunikationsmittels (Iridium-Satellitennetz) erreicht, durch das die Forscher sowohl Daten empfangen, als auch neue Anweisungen an die Unterwasserroboter weiterleiten können, bevor diese auf eine neue Beobachtungstauchfahrt gehen (Änderung der Beobachtungsfrequenz).

Und andererseits durch die Ausstattung des Tiefendrifters mit Miniatursensoren, wodurch sie nicht nur physikalische, sondern auch chemische (Nitrat-, Sauerstoffgehalt,…) und biologische (Menge des Chlorophylls, der Teilchen) Messungen, vornehmen können. Die Forscher werden also aus der Ferne, in Echtzeit und ohne Unterbrechung Beobachtungen in ozeanischen Regionen durchführen können, die schwer zugänglich sind oder deren Erkundung per Schiff zu kostspielig wäre. Einmal ausgesetzt, arbeiten diese Messroboter 2-3 Jahre autonom.

Heute werden wichtige Informationen per Satellit ermittelt, z. B. die Farbe des Ozeans, die Aufschluss über die Menge des Phytoplanktons im Meer gibt - je grüner der Ozean, desto mehr Phytoplankton (die wichtigsten Meeresorganismen, die CO2 in lebende Materie umwandeln können) ist vorhanden.

Die Wissenschaftler können auf diese Weise Karten erstellen, die Informationen über die Phytoplanktonkonzentration in den Weltmeeren liefern. Die so erstellten Karten beziehen sich jedoch nur auf die Oberfläche der Ozeane (d.h. nur etwa 1/5 der Fläche, auf der Phytoplankton vorkommt). Mit Hilfe der Tiefendrifter können diese Karten nun für die tieferen Schichten der Ozeane vervollständigt werden. Das langfristige Ziel des remOcean-Projektes besteht darin, zum ersten Mal eine 3D-Darstellung der Biologie der Ozeane erstellen zu können.

Diese dreidimensionale Betrachtungsweise eröffnet einzigartige Perspektiven für die Meereswissenschaften. So wird es beispielsweise möglich sein, die CO2-Menge zu ermitteln, die durch das Phytoplankton mittels Photosynthese gebunden wird. Das remOcean-Projekt wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC, "European Research Council") mit dem "Advanced Grant" finanziert.

Damit werden Projekte der Grundlagenforschung unterstützt, die zwei Kriterien erfüllen: wissenschaftliche Exzellenz des Projektträgers und Innovationspotential des Projektes. Hervé Claustre ist der erste französische Ozeanograph, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Die "Advanced Grants" sind mit insgesamt 515 Millionen Euro dotiert. Das remOcean-Projekt erhielt eine Förderung von 3,3 Millionen Euro (max. 3,5 Mio. Euro möglich) für die kommenden fünf Jahre (2010-2015).

Kontakte:

- Hervé Claustre, Ozeanologischen Observatorium in Villefranche-sur-Mer - Tel: +33 04 93 76 37 29 - E-Mail: claustre@obs-vlfr.fr

Quelle:

- "Projet remOcean : la robotique sous-marine pour observer le grand bleu" Pressemitteilung des CNRS - 23.08.2010 http://www.insu.cnrs.fr/a3561,projet-remocean-robotique-sous-marine-observer-grand-bleu.html

- "remOcean : vers une nouvelle génération de robots sous-marins" Pressemitteilung des bulletinselectronique de France 246 - 31.08.2010 http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/64259.htm

Redakteurin: Myrina Meunier, myrina.meunier@diplomatie.gouv.fr

Myrina Meunier | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics