Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMELV fördert neue Projekte zur Holznutzung im Rahmen europäischer Forschungsnetzwerke

29.06.2012
Projektverbünde sind Gewinner der gemeinsamen Ausschreibung des ERA-Net Bioenergy und des WoodWisdomNet 2

13 europäische Forschungsverbünde zur nachhaltigen stofflichen und energetischen Biomassenutzung haben seit Beginn dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen, 6 davon mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Pro Lignin, Grease, Regiopower, WoodApps, Cell Assembly und BioFoamBark. Sie wurden unter mehr als 80 Bewerbungen auf eine gemeinsame Ausschreibung des ERA-Net Bioenergy und des ERA-Net WoodWisdomNet 2 zur Förderung ausgewählt.

Die ERA-Nets sind Netzwerke europäischer Einrichtungen, die Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) zu nachwachsenden Rohstoffen fördern. Die Netzwerke koordinieren nationale Aktivitäten, arbeiten langfristig zusammen und setzen ihre Programme auf transnationaler Ebene um, z.B. durch die gemeinsamen Aufrufe für länderübergreifende FuEuI-Projekte.

Das BMELV ist über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), an den Aufrufen beteiligt und fördert nationale Verbundpartner.

ProLignin: Lignin ist einer der chemischen Hauptbestandteile von Holz. Insbesondere bei der Zellstoffherstellung fällt es in größeren Mengen an. Die Verbundpartner entwickeln Anwendungsoptionen für Lignin als Dispergiermittel, Klebstoffe, Harze und für thermoplastische Materialien. Informationen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung – Förderkennzeichen 22020811, 22020911, 22021011 und 22021211.

Grease: Auch Tallöl (Nadelholzöl) fällt als Nebenprodukt der Zellstoffherstellung an. Es ist weder als Nahrungs- noch als Futtermittel nutzbar und steht in großen Mengen zur Verfügung. Als ähnlich interessanter nachwachsender Rohstoff gilt Suberin aus Birkenrinde, einem Abfallprodukt der Papierherstellung aus Birkenholz. Die Verbundpartner wollen beide Stoffe als Basis für biobasierte Coatings und Barriereschichten, Klebstoffe und Harze, Elastomere und bioaktive Feinchemikalien nutzen. Informationen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung – Förderkennzeichen 22020311 und 22039311.

RegioPower und WoodApps: Ziel beider Vorhaben ist es, internetbasierte, regionale Warenbörsen für Holz aufzubauen. Damit soll vor allem kleineren Waldbesitzern der Marktzugang erleichtert und das Holzangebot erweitert werden. Im Projekt RegioPower wollen die Forscher außerdem ein Landnutzungsmodul entwickeln, das aus dem Abgleich von Angebot und Nachfrage regionale Flächenbedarfe ermittelt. WoodApps konzentriert sich vor allem auf die Programmierung und Datenbereitstellung für entsprechende Internetplattformen.

Informationen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung – Förderkennzeichen 22019911, 22020011, 22020111 und 22020211.

CellAssembly: Nano-Zellulose besteht aus Zellulosefasern oder -kristallen mit einem Durchmesser von weniger als 100 Nanometern. Die stabilen, untereinander stark vernetzten und reaktionsfreudigen Fasern lassen sich zum Verstärken von Biopolymeren verwenden. Im Vorhaben wollen sich die Forscher auf eine Optimierung nanoverstärkter Komposite konzentrieren, die sich nicht nur durch eine besondere Leichtigkeit, Steifigkeit und Festigkeit, sondern auch durch eine hohe Bruchzähigkeit auszeichnen. Eine Kombination aller dieser vier Eigenschaften wird bislang in der Regel nicht erreicht. Die Wissenschaftler verfolgen dazu einen biomimetischen Ansatz (Biomimetik oder Bionik: technische Nachahmung biologischer Prozesse und Strukturen) mit der gezielten Selbstorganisation der verschiedenen molekularen Bausteine bei Wasserentzug. Supramolekulare Bindungseinheiten in der Matrix sollen für so genannte „opferbare“, reversible Bindungen sorgen, die z.B. nach einem Bruch „selbstheilende“ Eigenschaften aufweisen. Dies erhöht die Elastizität und Zähigkeit der Materialien.

Informationen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung – Förderkennzeichen 22019811.

BioFoamBark: Die Herstellung von unelastischen Isolationsschäumen aus den Tanninen exotischer Baumarten war bereits in der Vergangenheit erfolgreich. Solche Schäume sind exzellente thermische und akustische Dämmstoffe, zudem brennen sie nicht und man kann sie als Filter für Schwermetallschadstoffe in Wasser einsetzen. In dem Verbundvorhaben wollen die Forscher nun die wissenschaftlichen Grundlagen legen, um diese Produkte auch aus den Rinden von in Europa häufig vorkommenden Nadelholzbaumarten - Fichte, Monterey-Kiefer, See-Kiefer und Schwarzkiefer – herzustellen.

Informationen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung – Förderkennzeichen 22020511 und 22020711.

Inzwischen befindet sich als Nachfolge zum WoodWisdom-Net 2 ein Aufruf im Rahmen eines ERA-Net+ in Vorbereitung, der voraussichtlich 2013 veröffentlicht und erstmals direkt mit Forschungsmitteln der EU unterstützt werden soll.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.nachwachsenderohstoffe.de/projekte-foerderung/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Studie zum Klimaschutz: Mehr Wald – weniger Fleisch
15.10.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Neuartiges Verfahren für das Kunststoffrecycling präsentiert: Großes Industrie-Interesse an Forschungsprojekt „MaReK"
09.10.2019 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics