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Neuer ForschungsReport über invasive gebietsfremde Arten erschienen

16.12.2003



Sie kommen auf dem Landweg, per Schiff oder per Flugzeug. Verborgen in Verpackungsholz, untergemischt in Erntegut oder auch gezielt eingeführt erreichen sie neue Lebensräume. In dem Maße, wie die Mobilität des Menschen und die Vernetzung der Handelsströme zunimmt, werden immer mehr Tier- und Pflanzenarten und Mikroorganismen über weite Teile der Welt verfrachtet. Einige können sich in ihrem neuen Umfeld festsetzen, sich ausbreiten und teils erhebliche Schäden verursachen. Der ForschungsReport, das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, widmet sich in seiner neuesten Ausgabe diesen invasiven gebietsfremden Arten.


Die Problematik der invasiven gebietsfremden Arten ist in den letzten Jahren verstärkt in den Vordergrund gerückt. Viele Experten sehen hierin - neben der Zerstörung natürlicher Lebensräume - eine der wichtigsten Ursachen für die Rückgang der biologischen Vielfalt. Invasive gebietsfremde Arten können einheimische Arten verdrängen und ganze Ökosysteme verändern. Zu den bekanntesten Beispielen zählen bei uns der Japanische Staudenknöterich und der Riesen-Bärenklau, der Marderhund und die Rosskastanien-Miniermotte.

Neben ökologischen Beeinträchtigungen können invasive gebietsfremde Arten auch große wirtschaftliche Schäden hervorrufen, etwa wenn ein Pflanzenschädling wie der Kiefernholz-Nematode, der in seiner Heimat Ostasien und in Nordamerika ganze Kiefernforste zum Absterben bringt, es schafft, sich in Europa anzusiedeln. Auf erste Funde dieses Fadenwurms in Portugal reagierte die EU-Kommission mit Notfallmaßnahmen, um seine weitere Verbreitung in Europa zu verhindern.


Wenig untersucht ist bislang, wie sich exotische Neubürger wie der Marderhund, dessen Population in Ostdeutschland nahezu exponentiell zunimmt, auf die Verbreitung heimischer Krankheitserreger wie dem - auch für den Menschen gefährlichen - Fuchsbandwurm auswirken.

Ein allgemein wenig beachteter Verschleppungsweg ist der internationale Schiffsverkehr. Die heutigen Ozeanriesen nehmen regelmäßig große Mengen an Ballastwasser an Bord, um das Schiff zu stabilisieren und Ungleichgewichte der Ladung auszugleichen. Mit diesem Wasser werden mikroskopisch kleine Plankton-Organismen, aber auch Fische, Muscheln, Krebse und Schnecken über die Weltmeere verfrachtet. Der weltweite Anstieg der Plankton-Blüten in den letzten 50 Jahren wird mit dem Transport von pflanzlichem Plankton in Ballastwasser von Schiffen in Verbindung gebracht.

In acht Artikeln informiert der ForschungsReport über die verschiedenen Aspekte von invasiven gebietsfremden Arten. Es wird gezeigt, wie auf internationaler Ebene versucht wird, die Ausbreitung dieser Arten einzudämmen oder zu verhindern, es wird aber auch vermittelt, wieviel Wissenslücken über die "Exoten mit Ellenbogen" noch zu stopfen sind. Die Bundesforschungsanstalten des Bundesverbraucherministeriums sind hier in vielfältiger Weise engagiert.

Der 60 Seiten starke ForschungsReport 2/2003 mit dem Schwerpunktthema "Invasive gebietsfremde Arten" ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, Tel.: 0531/299-3396, e-Mail: senat@bba.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de

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