Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anpassung statt Kampf gegen den Klimawandel

26.03.2008
Viele würden auf der Strecke bleiben

Sich mit dem Klimawandel abzufinden und sich anzupassen, sei einfacher und billiger als dagegen anzukämpfen.

Mit dieser Meinung findet sich Roger A. Pielke Jr., Umweltpolitikexperte der Universität von Colorado, in einer Reihe von Forschern wieder, welche die aktuellen Anstrengungen, den CO²-Ausstoß zu reduzieren, für wenig erfolgversprechend halten. Vielmehr müsse man versuchen, die Schäden, die durch steigende Temperaturen entstehen, zu minimieren. Doch nicht alle könnten sich eine Anpassung leisten, kontert Jurrien Westerhof, Klimaexperte bei Greenpeace, im Gespräch mit pressetext. "Viele Menschen würden auf der Strecke bleiben."

"Uns bleibt einerseits nichts anderes übrig, als uns anzupassen, denn um den Klimawandel gänzlich zu verhindern, hätte man vor 30 Jahren etwas tun müssen", so Westerhof. Das sei jedoch kein Grund nicht zu versuchen, Schlimmeres zu verhindern. "Wir könnten uns eine Anpassung vielleicht leisten und uns Klimaanlagen kaufen und höhere Deiche bauen. Aber wer bezahlt die Deiche für Bangladesch?", gibt Westerhof zu bedenken. "Zum Glück sind Gruppen, die der Meinung sind, man müsse nichts gegen den Klimawandel tun, eher unbedeutend."

... mehr zu:
»Klimawandel

Trotzdem gibt es immer mehr Wissenschaftler, die der Meinung sind, man müsse die Veränderungen akzeptieren. Hans von Storch vom deutschen Institute for Coastal Research hält die gegenwärtigen globalen Umweltprobleme gar für so groß, dass die zusätzlichen Effekte durch steigende Temperaturen nicht viel Unterschied machen würden, berichtet die LA-Times. Klima-Skeptiker Pielke versucht die Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel von Hurrikans zu relativieren. Die verheerenden Schäden der vergangenen Jahre seien nicht den höheren Temperaturen zuzuschreiben, sondern der dichten Bebauung der Küsten. Lege man die Hurrikans des vergangenen Jahrhunderts auf die heutige Wohnsituation um, hätte der Great Miami Hurrican von 1926 weit größere Schäden angerichtet als der Sturm Katrina, so der Wissenschaftler.

Experten fürchten in der Argumentation eine gefährliche Entschuldigung für Verzögerungen. "Man kann sich nicht an das Abschmelzen der Eisschicht von Grönland oder an das Aussterben von Tierarten anpassen", so Stephen H. Schneider, Klimatologe der Stanford University. Sich ausschließlich um die Effekte zu kümmern, sei wie "den Boden aufzuwischen, während der Wasserhahn noch läuft", vergleicht Jonathan Platz von der University of Wisconsin.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at

Weitere Berichte zu: Klimawandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Regenrückhaltebecken bringen Artenvielfalt in den besiedelten Raum
20.02.2020 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht Folgen des Klimawandels: Viele Pflanzenarten wohl stärker gefährdet als bisher angenommen
11.02.2020 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics