Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feinststaub als Mitursache des Klimawandels

19.12.2007
Experte: Wirksamer Klimaschutz setzt Aerosol-Reduktion voraus

Der Feinststaub verursacht die globale Klimakatastrophe mit - zu diesem Schluss kommt der Schadstoffexperte und Umweltphysiker Gerhard Fleischhacker von CEF-Austria im pressetext-Interview. "Die derzeitige Diskussion bzw. die allgegenwärtigen Bestrebungen, durch eine moderate CO2-Reduktion dem Klimawandel wirksam zu begegnen, ist bedauerlicherweise nur dem Floriani-Prinzip zuordenbar und lenkt von der nachweislichen Problematik des eigentlichen Verursacherprinzips ab", so der Experte.

Mittlerweile wurde nachgewiesen, dass in den vergangenen Jahrhunderten nachhaltige Klimaveränderungen großteils durch vulkanische Einflüsse ausgelöst wurden, argumentiert Fleischhacker, der etwa den Vulkanausbruch des Tambora auf der Insel Sulawesi vom 10. April 1815 als Beispiel heranzieht. Forscher haben festgestellt, dass danach große Teile des Erdmantels in Asche und Staub gehüllt wurden und das Klima für einige Jahre verrückt spielte. Dies sei sogar soweit gegangen, dass es in Europa Ernteausfälle gegeben hatte. "Ursache dieser kurzfristigen Veränderungen - in diesem Fall Kälteperioden - waren die vulkanischen Staub- und Gas-Emissionen des Tambora und die Verfrachtung des Auswurfes über den gesamten Globus."

"Das CO2 kann schlechthin nicht als Klimakiller bezeichnet werden, sondern nur als Indikator bzw. als Leitparameter der verschiedenen Verbrennungsprozesse." Das CO2 könne demnach nur als Nachweis für die diversen Verbrennungsprozesse dienen und bringe zum Ausdruck, dass nachweislich erhebliche Mengen an Schadgasen und Feinststaub in die freie Atmosphäre ausgetragen werden, wodurch das Klima nachhaltig beeinflusst werde. Fleischhacker will im pressetext-Interview nicht auf ohnehin bekannte Zahlenwerte eingehen, sondern verweist darauf, dass allein durch rund 800 Mio. Fahrzeuge und Motoren, die in Betrieb sind, die Smogsituation in den Großstädten unerträglich geworden sei.

"Die Ein- oder auch die Abstrahlung der Sonne auf die Erdoberfläche wird vorwiegend durch den Einfluss der Schwebeteilchen bzw. der Aerosole behindert", so der Experte. Die Erkenntnis werde auch dadurch bestätigt, dass auf der Nordhalbkugel und der Arktis ein starker Temperaturanstieg zu verzeichnen ist, der nicht zuletzt durch die vermehrten Aktivitäten der Industriestaaten im Bereich der nördlichen Hemisphäre und die dadurch bedingten Schadstoffemissionen aus den Verbrennungsprozessen verursacht werde.

"Da durch die Erdrotation die Luftmassen aus dem Bereich der Äquatorzonen jeweils zum Nord- oder Südpol verfrachtet werden, muss im Jetstream der nördlichen Hemisphäre demnach eine Erhöhung der Schadstoffkonzentration - insbesondere der Feinststaub- und Aerosolkonzentrationen - eindeutig nachweisbar sein", schlussfolgert Fleischhacker. Die Feinstpartikel, welche auch als Kondensationskerne dienen, führen damit nachweislich zu einer wesentlichen und signifikanteren Störung der Klimasituation am Nordpol. "Da im südlichen Bereich des Äquators wesentlich geringere industrielle Aktivitäten stattfinden, und zum Großteil die südlich des Äquators befindliche Vegetation noch einigermaßen intakt ist, ist die Klimaerwärmung oder auch Abkühlung am Südpol nur signifikant scheinbar und in untergeordnetem Ausmaß mit der am Nordpol vergleichbar", erklärt Fleischhacker.

Ein wirksamer Klimaschutz sei daher nur durch Maßnahmen zur Feinstaub- oder Aerosolreduktion erreichbar. Damit werde die Erderwärmung beeinflussbar. Die CO2-Reduktion könne demnach nur als Parameter zur Indikation einer Verminderung der Verbrennungsprozesse gelten. Der Einfluss dieser Einschränkungen werde allerdings nur marginale Auswirkungen auf den Klimawandel haben, da der Umstieg auf kleinere Motoren oder Fahrzeuge durch die Zunahme der Neuzulassungen kompensiert werde. "Aktiver Klimaschutz kann nur sein, wenn durch die Verminderung der Feinststaub- und Aerosolemissionen eine wirksame Minimierung der Gesamtemissionen erreicht wird", zeigt sich Fleischhacker überzeugt. Zudem sei die Menschheit dazu angehalten, den Schutz der Tropen zu intensivieren und heimische Wälder zu rekultivieren.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cefaustria.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Hochwasserrisiko besser abschätzen
17.09.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Pflanzensamen überstehen Maschinenwäsche - Ausbreitung invasiver Arten an Kleidung
11.09.2018 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Versauert die Ostsee? IOWForscher adaptiert erstmals präzise optische pH-Messmethode für Brackwasser

19.09.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics