Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie nennt Gründe für Dauer von Erwerbsunterbrechungen

10.03.2009
Ursula von der Leyen: "Wir müssen die brancheneigenen Hürden für Wiedereinsteigerinnen beseitigen"

Bundesfamilienministerin besucht auf Unternehmensreise Best-Practice-Beispiele für gelungenen Wiedereinstieg

Ob und wie schnell Frauen nach einer Erwerbsunterbrechung in den Job zurückkehren, hängt stark von ihrem zuletzt ausgeübten Beruf ab. Das ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Ausschlaggebend für die Dauer der Pause sind danach in erster Linie die Arbeitsbedingungen und Anforderungen des Berufes, aber auch die Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Leichter fällt die Rückkehr vor allem den Frauen, die in Jobs arbeiten, in denen sie zeitlich flexibel ihre Arbeit erledigen können.

"Die Untersuchung zeigt: Wollen Frauen nach einer Auszeit zurück in den Job, stehen ihre Chancen, je nach Branche, unterschiedlich gut. Familienfeindliche Rahmenbedingungen wie starre Arbeitsabläufe oder Teilzeitangebote nur für den Vormittag machen es den Frauen zum Beispiel schwer, wieder Fuß im Arbeitsleben zu fassen", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. "Die meisten Wiedereinsteigerinnen sind gut ausgebildet, leistungsbereit und verfügen über umfangreiche soziale Kompetenzen. Das alles sind Eigenschaften, die viele Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu schätzen wissen. Denn auch in der Krise ist gut motiviertes und hervorragend qualifiziertes Personal rar. Hier setzt unser Aktionsprogramm 'Perspektive Wiedereinstieg' an: Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit schlagen wir diesen Frauen eine Brücke zurück in die Arbeitswelt", so Bundesministerin Ursula von der Leyen.

Die Studie listet die Erwerbsunterbrechungen in den 111 häufigsten von Frauen ausgeübten Berufen auf. Besonders lange Erwerbspausen gibt es in Berufen mit Arbeitszeiten von mehr als 46 Wochenstunden (Friseurinnen) oder in Berufen, deren Arbeitsalltag monoton und vorwiegend fremdbestimmt oder körperlich anstrengend ist (Gebäudereinigerinnen). Anders dagegen bei Berufen mit flexiblen, selbstbestimmten Arbeitszeiten: Frauen, die an Wochenenden und Feiertagen arbeiten können (Restaurantfachfrauen oder Ärztinnen), haben es deutlich leichter, ins Erwerbsleben zurückzukehren.

Im Jahresdurchschnitt 2007 waren bei den Arbeitsagenturen rund 60.000 Berufsrückkehrerinnen arbeitslos gemeldet (und 600 Männer). Das waren knapp neun Prozent aller arbeitslos gemeldeten Frauen im Rechtskreis SGB III. Sie sind meist hoch motiviert und haben gute Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt. 87 Prozent der Befragten haben laut einer Umfrage der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine abgeschlossene formale Ausbildung, und etwa die Hälfte der Frauen hat die Berufstätigkeit für maximal drei Jahre unterbrochen.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen besucht ab heute ausgewählte Unternehmen, die Frauen den Wiedereinstieg erleichtern und ihnen so einen beruflichen Neustart ermöglichen. Zugleich geht es bei der Unternehmensreise darum, bei den Arbeitgebern dafür zu werben, Frauen, die nach einer längeren familienbedingten Unterbrechung wieder zurück in den Beruf möchten, eine Chance zu geben.

Die Reise rundet als vierte Säule das Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" ab. Weitere Säulen sind ein Internetportal mit Lotsenfunktion, welches das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit der BA entwickelt hat, ein mit EU-Mitteln gestütztes Modellprogramm, das mit zunächst lokalen Projekten den Wiedereinstiegsprozess vor Ort koordinieren soll sowie der Auf- und Ausbau des Beratungsservice vor Ort. Miteinbezogen sind dabei auch die Mehrgenerationenhäuser und die Lokalen Bündnisse für Familie. Das Aktionsprogramm wird drei Jahre lang mit 30 Millionen Euro gefördert - 14 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), kofinanziert von der Bundesagentur für Arbeit sowie Trägern und Kommunen.

Ein weiteres Angebot des Bundesfamilienministeriums ist das Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie". Das Programm unterstützt Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen bei der Umsetzung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen. Es richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortliche und Betriebsräte. Ziel ist es, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen. Das zugehörige Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie", eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, zählt mittlerweile weit mehr als 200 Mitglieder ist damit die weltweit größte Plattform für familienfreundliche Unternehmen.

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics