Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaf erhöht Anzahl der Gehirnzellen

05.09.2013
Biomembran Myelin gibt Einblick in Krankheiten wie Multiple Sklerose

Forscher der University of Wisconsin haben einen weiteren Grund dafür entdeckt, warum der Mensch schlafen muss. Dabei kommt es zur Ergänzung einer Art von Gehirnzellen. Schlaf erhöht die Produktion von Zellen, die in Folge bei der Herstellung von Myelin eine Rolle spielen.

Das Myelin schützt die Schaltkreise des Gehirns. Diese bisher an Mäusen nachgewiesene Funktion könnte neue Einblicke in die Rolle des Schlafes bei der Erneuerung und dem Wachstum des Gehirns sowie bei Krankheiten wie Multipler Sklerose liefern.

Ruhe für Lebensfunktion wichtig

Das Team um Chiara Cirelli konnte nachweisen, dass sich die Produktion von unreifen Myelin herstellenden Zellen, den sogenannten Oligodendrozyten, verdoppelte, wenn die Mäuse schliefen. Am deutlichsten war der Anstieg in der REM-Schlafphase, die mit dem Träumen in Zusammenhang steht. Diese Zunahme wurde durch Gene gesteuert. Im Gegensatz dazu wurden jene Gene aktiviert, die beim Zelltod und Stressreaktionen relevant sind, wenn die Tiere daran gehindert wurden, zu schlafen.

Warum der Mensch schlafen muss, beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrhunderten. Es ist offensichtlich, dass Schlaf notwendig ist, damit wir uns ausgeruht und geistig frisch fühlen. Laut Cirelli hat sich die Schlafforschung lange Zeit darauf konzentriert, wie sich die Aktivität der Nervenzellen verändert, wenn Tiere schlafen oder wenn sie wach sind. "Jetzt ist klar, dass sich auch die Art und Weise, wie andere unterstützende Zellen im Nervensystem arbeiten, deutlich verändert - je nachdem, ob ein Tier schläft oder munter ist."

Reparatur von körperlichen Schäden

Die Mediziner gehen auch davon aus, dass der Mangel an Schlaf Symptome einer Multiplen Sklerose (MS) verstärken kann. Bei der Krankheit kommt es zu einer Schädigung des Myelin. Das Immunsystem greift die Myelinschicht der Nerven an und zerstört sie in Gehirn und im Rückenmark. Cirelli zufolge könnten weitere Studien untersuchen, ob Schlaf einen Einfluss auf die Symptome von MS hat oder nicht. Die Experten interessiert auch, ob der Mangel an Schlaf zum Beispiel während des Heranwachsens langfristige Auswirkungen auf das Gehirn hat.

Laut dem National Institute of Neurological Disorders and Stroke http://ninds.nih.gov ist Schlaf erforderlich, damit das Nervensystem richtig funktioniert. Tiefer Schlaf fällt bei Kindern und Jungendlichen mit der Freisetzung von Wachstumshormonen zusammen.

Viele der Körperzellen weisen ebenfalls eine erhöhte Produktion und einen verringerten Abbau von Proteinen auf. Da Proteine die Bausteine sind, die für das Zellwachstum und die Reparatur von Schäden durch Faktoren wie Stress und UV-Strahlung verantwortlich sind, könnte der Tiefschlaf im wahrsten Sinne des Wortes ein Schönheitsschlaf sein. Die Studie wurde im Magazin Journal of Neuroscience http://jneurosci.org veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.wisc.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics