Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Savoir vivre: Zuwanderer lieben das Saarland

17.05.2010
Wissenschaftlerinnen der Saar-Uni erforschen Lebensbedingungen von Migranten im Landkreis Merzig-Wadern – Folgen für die Regionalentwicklung

„In Luxemburg arbeiten – im Saarland wohnen“, das ist nicht nur für viele Saarländer, sondern auch für Luxemburger eine ideale Kombination. Sie fühlen sich im Saarland wohl. Auch Zuwanderer aus anderen Staaten wie etwa Indien oder der Türkei leben gerne im nördlichen Saarland.

Zu diesem Zwischenergebnis kommt eine Studie von Birte Nienaber. Sie ist Juniorprofessorin für Europäische Regionalstudien an der Universität des Saarlandes und erforscht gemeinsam mit ihrem Team Fragen der Migration in europäischen Regionen.

„Wie wohnen die Migranten im nördlichen Saarland? Welche Arbeitsbedingungen finden sie vor und wie sind sie in das deutsche Arbeits- und Vereinsleben integriert? Das wollen wir bei dem Forschungsprojekt herausfinden“, erklärt Juniorprofessorin Birte Nienaber. Seit Januar 2009 erforscht sie mit ihrem Team im Rahmen des EU-Projekts DERREG Zuwanderung in europäischen Regionen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen. DERREG steht für „Developing Europe´s Rural Regions in the Era of Globalization“. Dabei wird das Saarland mit anderen ländlichen Grenzregionen Europas wie beispielsweise Dresden, Övre Norrland in Schweden oder Alytus in Litauen verglichen. Die Studie von Juniorprofessorin Nienaber soll vor allem den Akteuren im Bereich Regionalentwicklung zugute kommen, indem sie einen konkreten Handlungsbedarf im ländlichen Saarland aus den Ergebnissen qualitativer Befragungen ableiten können.

Zusammen mit ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Wioletta Frys hat Birte Nienaber zwei Gruppen von Einwanderern im Landkreis Merzig Wadern befragt: die so genannten Wohnmigranten, das sind hauptsächlich Luxemburger, die im Saarland wohnen, aber in ihrem Heimatland arbeiten und die so genannten Arbeitsmigranten aus verschiedenen Staaten, die im Saarland eine Stelle gefunden haben. „Die ersten Ergebnisse zeigen eine allgemeine Zufriedenheit sowohl bei den Arbeitsmigranten als auch bei den Wohnmigranten“, fasst Nienaber die Befragungsergebnisse kurz zusammen.

Die Wohnmigranten aus Luxemburg sind vor allem wegen der vergleichsweise niedrigen Wohn- und Lebenshaltungskosten in den Landkreis Merzig-Wadern gezogen. „Einige der Befragten gaben auch überraschende Gründe für ihren Umzug an: Sie empfanden ihre Heimat Luxemburg als kulturell und sozial überfremdet und beschlossen deshalb, nach Deutschland auszuwandern“, sagt Wioletta Frys. Viele der Wohnmigranten bleiben jedoch weiterhin in Luxemburg beruflich und sozial verwurzelt, was ihre gesellschaftliche Integration im Saarland erschwert. Trotzdem wollen die meisten von ihnen dauerhaft im Saarland bleiben.

Auch die Arbeitsmigranten sind mit ihrem Leben im Landkreis Merzig-Wadern zufrieden und möchten auch in Zukunft hier leben. Sie beklagen zwar die schwierige Lage auf dem saarländischen Arbeitsmarkt, wissen aber auch, dass die Saarländer die gleichen Probleme haben. „Erstaunlich ist, dass auch diejenigen, die zum Zeitpunkt der Befragung arbeitslos waren, keinen Umzug planen“, sagt Birte Nienaber. Die Zuwanderer, die aus Ländern wie Indien, der Türkei und aus Osteuropa stammen, sehen auch in einer anderen Region keine besseren Arbeits-Chancen und wollen nicht in größere Städte ziehen. „In den ländlichen Gebieten wie dem Landkreis Merzig-Wadern schätzen sie die Umweltvorzüge. Außerdem können sie sich in der einheimischen Bevölkerung besser integrieren“, so die Juniorprofessorin.

Das Forschungsprojekt im nördlichen Saarland läuft bis Ende 2011 und wird im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms unter dem Themenschwerpunkt Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften gefördert. Die Forscherinnen bedanken sich bei allen Einwohnern des Landkreises Merzig-Wadern, die für Interviews bereitstanden, sowie bei den Mitarbeitern der Volkshochschule Merzig und den Ortsvorstehern der Gemeinde Perl für die Unterstützung.

Kontakt:
Juniorprofessorin Dr. Birte Nienaber
Tel.: 0681/302-64229
E-Mail: b.nienaber@mx.uni-saarland.de
Wioletta Frys
Tel.: 0681/302-64207
E-Mail: w.frys@mx.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-4022) richten.

Irina Urig | idw
Weitere Informationen:
http://www.derreg.eu
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics