Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pforzheimer Langzeitstudie mit neuen Ergebnissen: Spanier und Griechen zieht es nach Deutschland

24.10.2012
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Arbeiten in Deutschland ist für Spanier und Griechen attraktiv.

Die Zahl der griechischen Zuwanderer ist um 90 Prozent, die aus Spanien um 52 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Die wirtschaftlichen Gründe in den Heimatländern haben bei den dortigen Studierenden auch zu einer geänderten Wahrnehmung des künftigen Gastlandes geführt.

Diese aktuellen Ergebnisse zeigt eine Langzeitstudie des Arbeits- und Forschungsschwerpunktes Personalmanagement der Hochschule Pforzheim. Die Pforzheimer Professoren Markus-Oliver Schwaab und Wolfgang Schäfer führen seit dem Jahr 2009 europaweite Online-Befragungen unter Studierenden durch.

„Die Bereitschaft, für einen längeren Zeitraum in Deutschland beruflich tätig zu sein, ist unter den Studierenden in Süd- und Osteuropa am größten“, so Dr. Markus-Oliver Schwaab. Fast 5.000 Nachwuchsfachkräfte haben seit drei Jahren an der Studie des Human Rescources Competence Centers der Pforzheimer Hochschule teilgenommen. Studierende aus Rumänien, Bulgarien, Spanien, Ungarn, Russland oder Griechenland sind deutlich eher bereit, ihren Arbeitsschwerpunkt nach Deutschland zu verlegen, als Studierende aus Polen, der Türkei oder den baltischen Ländern.

Bemerkenswert ist, dass auch Nachwuchskräfte aus deutschsprachigen Nachbarländern oder den Beneluxstatten wenig Lust verspüren, in Deutschland zu arbeiten. Vor allem bei Rumänen und Spaniern ist diese Bereitschaft von 2009 bis 2012 deutlich angestiegen. Die englischsprachigen Staaten oder die Schweiz – traditionell die stärksten Konkurrenten Deutschlands im „Kampf um internationalen Arbeitsnehmer“ – sind bei Bulgaren, Griechen, Rumänen oder Spaniern eindeutig nicht so nachgefragt. Nur die Polen haben entgegengesetzte Vorlieben.

Mit der Aufnahme der Arbeit in Deutschland sei allerdings nur der erste Schritt getan, erläuterte Schwaab die neuen Ergebnisse der Studie. Die hiesigen Verhältnisse beziehungsweise die Einschätzung dieser bestimmten die Länge des Arbeitsaufenthaltes. Der „Wohlfühlfaktor“ habe seit dem Jahr 2009 eine aus-schlaggebende Wirkung. Wie werden die ausländischen Fachkräfte in Deutschland aufgenommen, wie stellen sich die Arbeitsbedingungen dar, wie offen geht man auf sie zu und wie ist es um die Sicherheit bestellt?

Diese und weitere Fragen beeinflussen entscheidend die Frage, ob Spanier, Griechen oder Bulgaren nach Deutschland kommen und wie lange sie bleiben. In dieser Hinsicht habe Deutschland keinen Imagevorteil, resümiert Schwaab. Das Deutschlandbild ist durch persönliche Meinungen und Erfahrungen gespeist, so die Ergebnisse der Studie.

Das Image einer Firma im Ausland setze sich – neben dem Firmenimage – aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammen. Unternehmen in bekannten Städten wie München, Berlin oder Hamburg profitierten, während Firmen aus ländlichen Regionen im Wettbewerb andere Akzente setzen müssten. Betriebsklima, Wertigkeit des Arbeitsfeldes oder Karrierechancen spielen bei der Auswahl des Unternehmens eine große Rolle Faktoren wie Arbeitszeit, betriebliche Sozialleistungen oder auch Weiterbildungsmöglichkeiten nahmen in ihrer Relevanz für ausländische Studierende ab.

Die Frage, wie lange ausländische Mitarbeiter im Unternehmen verbleiben, sollte für die Unternehmen eine zentrale Rolle spielen, so Schwaab. „Unternehmen, die sich früh öffnen und Integrationsstärke beweisen, haben einen Vertrauensbonus und einen Wettbewerbsvorteil“, erklärte der Pforzheimer Professor. Die langfristige Bindung ausländischer Arbeitskräfte stelle das Personalmanagement der Unternehmen vor eine große Aufgabe, so eine weitere Bilanz der Studie.

Sabine Laartz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wenn das Smartphone zur Schuldenfalle wird
15.10.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Atomare Verunreinigung ähnlich wie bei Edelsteinen dient als Quanten-Informationsspeicher
01.10.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics