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Schlechte Bildung gefährdet Standort Deutschland - Forschungsvorhaben verspricht Abhilfe

03.07.2006
Etwa ein Viertel der Schulabgänger gilt als nicht ausbildungsfähig, weil u. a. die deutsche Sprache nur mangelhaft beherrscht wird. Hier setzt ein Forschungsvorhaben eines Konsortiums aus der Universität Magdeburg, dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) und der Meditech Electronic GmbH an. Die Cornelsen-Stiftung stellt für diese Interventionsstudie einen fünfstelligen Betrag bereit.
Gut einen Monat vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres präsentierte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft. Danach verlassen 10% der deutschen Schüler die Schule ohne jeden Abschluss; 20% scheitern zudem in der Berufsschule. Etwa ein Viertel der Schulabgänger gilt als nicht ausbildungsfähig. Dabei ist eine wichtige Ursache die mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Das sind natürlich keine so überraschend neuen Erkenntnisse. Schon vor einiger Zeit hatte sich deshalb ein Konsortium aus der Universität Magdeburg, dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) und der MediTECH Electronic an die Cornelsen-Stiftung gewandt, um ein Forschungsvorhaben genau für diese Zielgruppe gefördert zu bekommen. Es handelt sich um eine ausgedehnte Interventionsstudie, mit der die Effizienz des Warnke®-Verfahrens auch bei schwer vermittelbaren Jugendlichen untersucht werden soll. Aus dem Förderantrag der Universität Magdeburg:
"Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Lese- und Rechtschreibfähigkeiten von Jugendlichen mit beson-derem Förderbedarf im sprachlichen Bereich, die an Fördermaßnahmen des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) teilnehmen. Dadurch soll eine nachhaltige Verbesserung ihrer Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen erreicht werden. Das beantragte Projekt dient der Evaluation des beim BNW durchgeführten Programms. Das eingesetzte Trainingsprogramm ist eines der wenigen verfügbaren kommerziellen Programme zum wissenschaftlich fundierten Training von Leseproblemen."
Die Effizienz dieses Trainingsprogramm bei Grundschülern war zuvor im Bundesland Thüringen durch eine Interventionstudie von U. Tewes von der Medizinischen Hochschule Hannover nachgewiesen worden. Die Ergebnisse auf der Lese-Rechtschreib-Ebene: Die Kontrollgruppe verbesserte sich während der viermonatigen Studie mit dem herkömmlichen Unterricht in ihrer Rechtschreibleistung nur um 6,3%, während sich die Untersuchungsgruppe mit dem vollständigen Warnke®-Training um 42,6 % steigerte. Diese in nur vier Trai-ningsmonaten erreichten Verbesserungen stehen somit in erfreulichem Gegensatz zu herkömmlichen lerntheoretisch begründeten Fördermethoden: So beispielsweise wurde noch im Deutschen Ärzteblatt 7/2003 betont, dass diese Verfahren erst nach zwei Jahren nennenswerte Verbesserungen erwarten lassen.

Unter diesen Voraussetzungen hat die Cornelsen-Stiftung soeben einen fünfstelligen Eurobetrag für das Projekt der Universität Magdeburg freigegeben. Teilnehmer des Vorhabens sind Jugendliche mit Lernschwierigkeiten, mit sozialen Integrationsproblemen und Marktbenachteiligte, die dem BNW durch die lokale Agentur für Arbeit zugewiesen werden. Es handelt sich um rund 3.000 Jugendliche pro Jahr, die Weiterbildungsdauer beträgt sieben Monate. Die Teilnehmerzahl könnte im Fall einer Kooperation mit anderen Bildungswerken der Wirtschaft in anderen Bundesländern zukünftig auf wenigstens 10.000 ausgeweitet werden.

Kerstin Smith | idw
Weitere Informationen:
http://www.meditech.de/frames.php?naviid=information

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